Finanzminister Georg Fahrenschon.
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion stellten sich den Fragen des anwesenden Vereinsvertreter.

02.05.2011

Sportförderung im Fokus


Bereits zum fünfzehnten Mal konnte Jörg Ammon, der Vorsitzende des BLSV-Sportbezirks Mittelfranken, Vertreter von Sportvereinen, Fachverbänden und Kommunen bei einer „TreffPunkt SportVerein“-Veranstaltung begrüßen. Die Informationsreihe, die 2010 ins Leben gerufen wurde, ist speziell für ehrenamtlich tätige Sportfunktionäre konzipiert und beleuchtet aktuelle Themen der Sportpolitik, -verwaltung und -organisation aus verschiedenen Blickwinkeln.

Für die „kleine Jubiläumsveranstaltung“ (Ammon) im Sparkassensaal in Lauf an der Pegnitz konnten zum Thema „Sport und Kommune – Öffentliche Sportförderung“ hochkarätige Referenten gewonnen werden. Georg Fahrenschon (Bayerischer Staatsminister der Finanzen) sprach über das Sportförderpaket mit der Staatsregierung, Karin Knorr, die den später eintreffendenden Richard Bartsch (Bezirkstagspräsident von Mittelfranken) vertrat, stellte die Sportförderung durch den Bezirk Mittelfranken vor und Armin Kroder (Landrat Nürnberger Land) erläuterte die Bedeutung der Sportförderung für den ländlichen Raum. Ehe BLSV-Präsident Günther Lommer mit seiner Stellungnahme zur Planungssicherheit bei der Sportförderung die Vortragsreihe abschloss, hob Harald Riedel (Kämmerer der Stadt Nürnberg) Aspekte der kommunalen Sportförderung hervor.

Vor Beginn der thematisch abgestimmten Redebeiträge sprach Roland Burgis (stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Nürnberg) ein Grußwort, in dessen Rahmen er auf die Sportförderung durch die Sparkasse auf Bundes- und Landesebene sowie die Kooperation mit dem BLSV bei der Finanzierung der Sanierung und Erweiterung des Sportcamps Inzell einging.

Unabhängig davon, wie die Sportförderung auf Landes-, Bezirks- und kommunaler Ebene gestaltet ist, wurden von den Referenten zentrale Themen wie die Unterstützung und Förderung des Ehrenamtes, der demographische Wandel und die Entwicklung der Ganztagsschule immer wieder angesprochen.

Finanzminister Fahrenschon erklärte sich bereit, sich von staatlicher Seite dafür einzusetzen, dass den Vereinen geholfen und deren Arbeit nicht durch bürokratischen Mehraufwand blockiert wird.

Die Jugendarbeit, also das Heranführen von Kindern und Jugendlichen an einen aktiveren Lebensstil, der den Bewegungsdefiziten des modernen Lebens entgegensteht, lag Knorr besonders am Herzen.

Dieser Aspekt war eng mit dem Plädoyer Landrats Kroders verbunden, der die Sportvereine und deren ehrenamtliche Helfer aufforderte, die Schranken zwischen Schul- und Vereinssport abzubauen und „Hand in Hand“ in eine erfolgversprechende Zukunft zu gehen.

Auch Riedel, der in der Stadt Nürnberg die Umsetzung einer neuen, viel diskutierten Sportförderkonzeption unterstützt, legte den Fokus auf  die Förderung des Ehrenamtes und den Ausbau der Ganztagsschulen. Er ging sogar soweit, bereits Kooperationen mit Kindergärten und Kindertagesstätten als wesentliche Basis zukunftsorientierter Vereinsarbeit zu nennen.

BLSV-Präsident Lommer hob hervor, dass Planungssicherheit für Sportvereine von herausragender Bedeutung ist. Er betonte, dass der BLSV es zu schätzen weiß, dass von staatlicher Seite trotz angespannter Finanzlage keine Kürzung der Sportförderung vorgenommen wurde. Gleichzeitig verdeutlichte er, dass der bayerische Sport mit den bereitgestellten Investitionsmitteln nicht zufrieden sein kann und bei der Förderung von Baumaßnahmen maximale Wartezeiten von drei Jahren angepeilt werden müssen. „Wenn Sie sieben Jahre auf Ihr Geld warten müssen, müssen Sie für circa 50.000 Euro zwischenfinanzieren. Was könnte man mit diesem Geld im Sportverein nicht alles anschaffen?“, warf er als Frage in den Raum.
Bezüglich der Entwicklung der Mitgliederzahlen in bayerischen Sportvereinen gab Lommer zu bedenken, dass die Anzahl der Vereine insgesamt ansteigt, die Anzahl der Mitglieder tendenziell jedoch eher abnimmt. Besonders im Altersbereich der 27- bis 40-Jährigen sind deutliche Rückgänge zu beobachten, so dass hier mit angepassten, attraktiven Sport- und Bewegungsangeboten entgegengewirkt werden muss. Dass der bayerische Sport sich aktuell besser darstelle als im Jahr 2004, als Lommer das Amt des BLSV-Präsidenten übernommen hatte, sei besonders dem Engagement der Vereinsfunktionäre geschuldet. „Ich bin bestrebt und bereit, beizutragen, die Sportförderung weiter zu verbessern, weil ich weiß, dass das für die Vereine wichtig ist!“, beendete Lommer seine Rede.

In der abschließenden Podiumsdiskussion wurden ergänzend zu den von den Referenten angesprochenen Kernthemen die Möglichkeit der Unterstützung ehrenamtlich geführter Vereine durch hauptamtliche Kräfte auf kommunaler Ebene sowie die Vereinfachung steuer- und versicherungsrechtlicher Prozesse andiskutiert. Das Statement von Finanzminister Fahrenschon, der betonte, dass die Bayerische Staatsregierung die Rolle des Sports zu würdigen weiß und deshalb viel passieren muss, ehe es zu Kürzungen in diesem Bereich kommt, wurde von den Anwesenden mit Wohlwollen aufgenommen.