Jonas Bonewit bei einem Wurf am IAT Leipzig

17. Februar 2017

Wichtige Daten für die neue Saison

Speerwerfer Jonas Bonewit, Förderathlet der Bayerischen Sportstiftung, berichtet vom Bundeskader-Lehrgang in Leipzig.


In der vergangenen Woche hat sich der Speerwurfkader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes am IAT in Leipzig für eine Leistungsdiagnostik getroffen. IAT ist die Abkürzung für Institut für angewandte Trainingswissenschaften. Mehrmals im Jahr trifft man sich hier und testet seine Form. Einmal in Jahr steht dabei auch die sportmedizinische Untersuchung auf dem Programm. Der Körper der Leistungssportler wird dabei in allen Facetten untersucht und auf seine Sporttauglichkeit geprüft. Dazu gehört auch ein Belastungs-EKG. Dabei muss man bis zur Ausbelastung auf dem Fahrrad strampeln, was nicht jedem Werfer Spaß macht. Alle drei Minuten erhöht sich der Widerstand, bis die Beine nicht mehr mitspielen. Derweil werden die Funktionen des Herzkreislauf-Systems überwacht und der Laktatspiegel im Blut gemessen. Wenn die Werte, so wie bei mir, alle in Ordnung sind, erhält man die Freigabe weiter Leistungssport zu betreiben.

Nach den Untersuchungen ging es zum Glück mit dem etwas angenehmeren Teil der Tests weiter. Von Reaktiv-Sprüngen über Rumpfkraft bis hin zu Schulterbeweglichkeit wurden wichtige Komponenten überprüft. Das alles sind Zubringerwerte, die zu einem gewissen Teil ihren Einfluss auf die am Ende gemessene Wurfweite haben. Der für mich wichtigste Teil des Lehrgangs  folgte dann zum Schluss: Würfe auf der Plattform ins Netz. Im Prinzip ganz normale Würfe, mit dem Zusatz, dass im Tartan Druckmessplatten integrieret sind und jede Bewegung haargenau von zwei Kameras erfasst wird. Dadurch hat man die Möglichkeit, die Würfe direkt im Anschluss in Zeitlupe zu analysieren. Die Druckmessplatten liefern zudem Werte, welche Kräfte der Athlet auf den Boden auswirkt, was das Auge gar nicht erfassen kann. Auch die Abwurfgeschwindigkeit wird zu jedem Wurf gemessen. Diese direkte, datengestützte Rückmeldung macht das sogenannte „Messplatztraining“ so wertvoll.

Für meinen Teil war ich mit der Auswertung der Würfe recht zufrieden. Die technischen Verbesserungen, die wir im Winter im Training angesteuert haben, zeigen ihre ersten Wirkungen. Die Basis für eine erfolgreiche Saison ist also gelegt. Jetzt gilt es, den Schwung mit nach draußen zu nehmen. Die erste Chance dazu bekomme ich Mitte März beim Winterwurf-Europacup, wo ich das deutsche Team in der U23-Altersklasse vertreten darf. Bis dahin werde ich fleißig weiterarbeiten, um vielleicht meine Bestleistung angreifen zu können.

Jonas Bonewit