11. Februar 2011

Trauer um Egon von Stephani

Der bayerische Sport trauert um Egon von Stephani, der am 4. Februar 2011 im Alter von 91 Jahren nach schwerer Krankheit verstarb.

Egon von Stephani, am 28. Dezember 1919 im Schwarzwald geboren, legte nach dem Abitur an der Sportakademie in Berlin sein Examen als Turn- und Sportlehrer ab und wurde 1947, nach zweijähriger amerikanischer Kriegsgefangenschaft, in Buckenhof bei Erlangen ansässig. Wie keinem Anderen sollte es ihm gelingen, die Menschen in und um die Universitätsstadt für Sport zu begeistern und dauerhaft in Bewegung zu bringen.

Als aktiver Sportler, Trainer, Manager, Ideen- und Ratgeber prägte Egon von Stephani   über einen Zeitraum von mehr als sechs Jahrzehnten den Erlanger Sport auf verschiedenen Ebenen.
Unter seiner Federführung wurden zahlreiche Aktionen und Initiativen im Bereich des Breiten-, Betriebs-, Senioren- und Gesundheitssports, so etwa das Programm „1000 Punkte für deine Gesundheit“, der Erlanger Stadtstaffellauf und der „Tag des Sports“, entwickelt.

Für den Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) war der fröhliche und stets optimistisch eingestellte Egon von Stephani seit 1947 ehrenamtlich als Sportabzeichenprüfer für den Sportkreis Erlangen-Höchstadt tätig. Von 1974 bis 2000 bekleidete er das Amt des BLSV-Bezirksreferenten für das Sportabzeichen. Ein beträchtlicher Anstieg der Zahl abgelegter Sportabzeichen im gesamten BLSV-Sportbezirk Mittelfranken - 700 Abzeichen im Jahr 1974, knapp 20.000 Abzeichen im Jahr 2006 - gehörte zu seinen Errungenschaften und Verdiensten und brachte ihm den Spitznamen „Mr. Sportabzeichen“ ein.

Tägliche Bewegung, ehrenamtliches Engagement und eine positive Lebenseinstellung kennzeichneten den Alltag von Egon von Stepani, dessen Lebensmotto hieß: „Gib niemals auf, verwirkliche deine Ideale und bewahre dir eine bodenständige Persönlichkeit!“ Sein Wirken wurde mit zahlreichen Auszeichnungen, etwa der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, der Bürgermedaille der Stadt Erlangen und der BLSV-Ehrennadel in Gold mit Brillanten, gewürdigt.

Bereits bei der Gala zu seinem 90. Geburtstag, die die Stadt Erlangen, der BLSV-Sportkreis Erlangen-Höchstadt und der Sportverband der Stadt Erlangen gemeinsam in der nach ihm benannten Sporthalle ausrichteten, wusste der Jubilar, der sich Zeit seines Lebens körperlich fit gehalten hatte, von seiner schweren Krankheit. Er verzichtete jedoch darauf, diese in seiner Rede anzusprechen oder auch nur anzudeuten - schließlich sollten die rund 300 Gäste, unter ihnen der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann, einen unbeschwerten Tag erleben.

In der Biographie „Egon von Stephani - Ein Mann hält Erlangen auf Trab“, die zu seinem 88. Geburtstag veröffentlicht wurde, äußerte Egon von Stephani im Interview: „Hätte ich die Chance, mein Leben noch einmal zu leben, ich würde nichts ändern.“ Eine Aussage, die er Weihnachten 2010, wenige Wochen vor seinem Tod, noch einmal bestätigte. Eine Aussage, die von tiefer Zufriedenheit zeugt und sicherlich wieder viele Menschen bewegen wird, dieses letzte Mal jedoch auf emotionaler Ebene.