02. Oktober 2017

Goldene Krönung

Sie rissen die Arme nach der Zieldurchfahrt in die Höhe, jubelten ausgelassen bei der Siegerehrung und warfen am Ende Steuermann Martin Sauer ins Wasser: Hannes Ocik, Richard Schmidt, Malte Jakschik, Jakob Schneider, Torben Johannesen, Maximilian Planer, Felix Wimberger, Johannes Weißenfeld und Martin Sauer feierten mit dem Deutschland-Achter den Gewinn des Weltmeistertitels in Sarasota (USA) sehr ausgelassen.

„Die Erwartungshaltung war groß – von außen, aber auch von uns selbst. Die ersten fünf Schläge sind wir auf Steuerbord hängen geblieben. Aber ab dem sechsten Schlag haben wir gemerkt, dass wir richtig gut vorankommen und deutlich schneller sind als die anderen Boote“, so Felix Wimberger vom Passauer Ruderverein. „Nach der 1000-Meter-Marke waren wir eine Länge vorn – da war klar, das Ding geben wir nicht mehr her. Wir fighten jeder für den anderen und geben immer – jeden Tag – alles. Das hat sich jetzt ausgezahlt.“

Aufgrund des aufkommenden Seitenwindes hatte die Fairness-Kommission des Weltverbandes Fisa die Bahnverteilung vor den Finalrennen geändert und das deutsche Boot auf Bahn sechs – der dem Wind zugewandten Seite – gesetzt. Letztlich hatte der Seitenwind aber keine große Auswirkung auf den Rennverlauf. Der Deutschland-Achter gab gewohnt das Tempo vor und erarbeitete sich schnell einen Vorsprung von einer halben Bootslänge.

Zunächst konnte noch Neuseeland folgen, nach der Streckenhälfte aber setzte sich die deutsche Crew entscheidend auf eine knappe Länge vor den USA ab. Der Gastgeber gab, angefeuert von den Zuschauern auf der ausverkauften Tribüne, noch einmal alles. „Das hat auch uns noch mal extrem gepusht und nach vorne gebracht“, sagte Johannes Weißenfeld, dessen Team mit der einer halben Länge vor den USA gewann. Bronze ging an die Italiener, die sich gegen die Niederlande behauptete.

„Das ist nun das i-Tüpfelchen auf eine ganz tolle Saison“, freute sich Bundestrainer Uwe Bender. „Ich bin sehr stolz darauf, wie wir sie abgeschlossen haben.“ Der WM-Titel in Florida ist nach dem EM-Erfolg, dem Aufstellen der neuen Weltbestzeit sowie den Triumphen in Henley und Luzern die goldene Krönung dieses außergewöhnlichen Ruderjahres für das Flaggschiff des deutschen Sports.

„Die Entschlossenheit der Mannschaft hat den Ausschlag gegeben“, analysierte Bender. „Wir hatten über die Saison Selbstvertrauen getankt und wollten von Beginn an das Rennen in die Hand nehmen und den anderen Mannschaften Druck geben, damit sie hohes Tempo gehen müssen. Das ist uns gelungen. Wir sind mit einer halben Länge in Führung gegangen, die Mannschaft hat gekämpft und sich den verdienten Titel geholt.“

 

Weltmeister-Jubel: Die Crew des Deutschland-Achters mit Felix Wimberger (rechts).