Frei­wil­li­gen­diens­ten drohen trotz posi­ti­ver und bundes­wei­ter Peti­tion massive Kürzungen

Medien-Information Nr. 22/2023 vom

Kampa­gne zur Stär­kung der Frei­wil­li­gen­dienste erreicht über 100.000 Unter­schrif­ten. Deut­li­ches Zeichen gegen die dras­ti­schen Kürzungs­pläne der Bundes­re­gie­rung gesetzt.

Die Kampa­gne „Frei­wil­li­gen­dienst stär­ken“ war mit ihrer Peti­tion an den Deut­schen Bundes­tag erfolg­reich: Mindes­tens 100.000 Menschen unter­stüt­zen die Forde­rung nach einer Stär­kung der Frei­wil­li­gen­dienste. Damit hat die Peti­tion das notwen­dige Quorum von 50.000 Unter­schrif­ten deut­lich über­trof­fen. Fest steht, dass es im  kommen­den Herbst 2023 nun eine Öffent­li­che Anhö­rung im Peti­ti­ons­aus­schuss des Deut­schen Bundes­ta­ges geben wird.

Der Baye­ri­sche Landes-Sport­ver­band e.V. (BLSV) und die Baye­ri­sche Sport­ju­gend im BLSV (BSJ) hatten in den vergan­ge­nen Wochen auf allen Kanä­len zur Betei­li­gung an der besag­ten Peti­tion aufge­ru­fen. Dazu der BSJ-Vorsit­zende und gleich­sam Spre­cher aller deut­scher Landes­sport­ju­genden, Michael Weiß: „Das Ergeb­nis der Peti­tion setzt ein wich­ti­ges Zeichen für den Stel­len­wert des Frei­wil­li­gen­diens­tes für junge Menschen und für unsere Gesell­schaft. Die geplan­ten Kürzun­gen der aktu­el­len Bund­e­re­gie­rung von 78 Millio­nen Euro hätten dras­ti­sche Konse­quen­zen: rund 24 Prozent an Frei­wil­li­gen­dienst­stel­len würde es in Zukunft nicht mehr geben. Das ist in keins­ter Weise hinnehmbar.“

Für den Sport wäre in den Augen von Michael Weiß genau das Gegen­teil drin­gend notwen­dig: Frei­wil­li­gen­dienste soll­ten gestärkt und weiter­ent­wi­ckelt werden. Junge Menschen soll­ten zudem attrak­ti­vere Bedin­gun­gen im Frei­wil­li­gen­dienst vorfin­den, wie zum Beispiel eine Erhö­hung des Taschen­gel­des, betont der Spre­cher der Landes­sport­ju­genden in Deutsch­land.

Stephan Höller, BSJ-Jugend­se­kre­tär ergänzt mit Nach­druck: „Deshalb ist und bleibt es wesent­lich, dass der orga­ni­sierte Sport von der Basis heraus für die Frei­wil­li­gen­dienste eintritt. Wir rufen unsere Sport­ver­eine mit bestehen­dem Frei­wil­li­gen­dienst aktiv auf, an ihre loka­len Mandats­trä­ge­rin­nen und ‑träger im Deut­schen Bundes­tag heran­zu­tre­ten, sie einzu­la­den und öffent­lich­keits­wirk­sam über die Situa­tion und die Chan­cen der Frei­wil­li­gen­dienste vor Ort zu infor­mie­ren. So bekom­men wir die notwen­dige poli­ti­sche und öffent­li­che Wahr­neh­mung, die wir gerade in der aktu­el­len haus­halts­po­li­tisch beängs­ti­gen­den Lage im Bund drin­gend benötigen.“

Für die Peti­tion wurden 29.315 Online-Unter­schrif­ten während der 4‑Wo­chen-Frist abge­ge­ben. Bis zum 7. Juli 2023 wurden 62.710 Offline-Unter­schrif­ten gemel­det.  Der Peti­ti­ons­aus­schuss muss nach dem Errei­chen des notwen­di­gen Quorums nun eine Öffent­li­che Anhö­rung zur Bera­tung der Peti­tion „Frei­wil­li­gen­dienst stär­ken“ anset­zen. Die Anhö­rung wird nach der Sommer­pause des Deut­schen Bundes­ta­ges statt­fin­den, sodass der frühest­mög­li­che Zeit­punkt der Anhö­rung im Septem­ber 2023 wäre.

Die Kampa­gne „Frei­wil­li­gen­dienst stär­ken“ wird sich nach dem beein­dru­cken­den und einschlä­gi­gen Erfolg der Peti­tion darauf konzen­trie­ren, die ange­kün­dig­ten Kürzun­gen der Ampel-Bundes­re­gie­rung zu verhin­dern. Diese hat mit ihrem Haus­halts­ent­wurf für 2024 eine Einspa­rung von 78 Millio­nen auf den Weg gebracht, was rund 24 Prozent aller Bundes­mit­tel für die Jugend­frei­wil­li­gen­dienste und den Bundes­frei­wil­li­gen­dienst entspricht. Die Kürzun­gen verschlech­tern die gesam­ten Rahmen­be­din­gun­gen für Frei­wil­lige massiv und bedro­hen die Frei­wil­li­gen­dienste in ihrer pädago­gi­schen Quali­tät, Struk­tur und Existenz.

Alle Infor­ma­tio­nen zu den Frei­wil­li­gen­diens­ten gibt es bei der BSJ unter: Frei­wil­li­gen­dienste – BSJ

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