Oberpfalz

Enga­gierte „Mobil­ma­cher“ ausgezeichnet

Die Sport­be­zirke Nieder­bay­ern und Ober­pfalz prämie­ren mit dem Koope­ra­ti­ons­part­ner Sparda-Bank fünf Sport­ver­eine mit dem BLSV-Fitness­preis Ostbayern

In der bereits sieb­ten Auflage des Wett­be­werbs „Mobil­ma­cher – BLSV-Fitness­preis Ostbay­ern“ wurden die besten Vereins­pro­jekte aus den Bezir­ken Nieder­bay­ern und Ober­pfalz gesucht, mit den die ehren­amt­li­chen Mitar­bei­ter über den Teller­rand hinaus­schauen, sich den aktu­el­len Heraus­for­de­run­gen der Gesell­schaft stel­len und aktiv eine nach­hal­tige Zukunft in ihrem Verein gestal­ten. 55 Sport­ver­eine hatten sich mit Maßnah­men bewor­ben und in ihrer Bewer­bung verra­ten, warum sie bereits ein Vorbild für andere Vereine sind. Fünf von ihnen wurden von einer Jury ausge­wählt und jetzt im Beach House der Armin-Wolf-Base­ball-Arena in Regens­burg mit einem Preis­geld von jeweils 2000 Euro belohnt. Das Preis­geld von insge­samt 10 000 Euro stellt der Gewinn­spar­ver­ein der Sparda-Bank Ostbay­ern zur Verfügung.

„Groß­ar­tig und viel­fäl­tig“ seien die vielen eige­gan­ge­nen Bewer­bun­gen gewe­sen, sagte die Bezirks­vor­sit­zende des Baye­ri­schen Landes­sport­ver­ban­des (BLSV) in der Ober­pfalz, Barbara Hernes, die die Vereins­ver­tre­ter und Ehren­gäste auch im Namen ihres nieder­baye­ri­schen Amts­kol­le­gen Otto Baumann begrüßte. Der Mobil­ma­cher­preis sei Aner­ken­nung für die geehr­ten Vereine, aber auch Inspi­ra­tion für andere Klubs. „Das ehren­amt­li­che Enga­ge­ment ist der Kitt unse­rer Gesell­schaft und letzt­lich auch unse­rer Demo­kra­tie“, begrün­dete der Vorstand der Sparda-Bank Ostbay­ern, Diet­mar Breu, die Unter­stüt­zung der „Erfolgs­ge­schichte Mobil­ma­cher­preis“ durch seine Genos­sen­schafts­bank. Im Namen der Stadt Regens­burg freute sich Stadt­rä­tin Lisa Bren­ner über die Umset­zung der praxis­na­hen Ideen an der Basis. Bezirks­tags­vi­ze­prä­si­dent Thomas Thumann betonte die durch ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment geschaf­fene Lebens­qua­li­tät in der Region. BLSV-Präsi­dent Jörg Ammon sprach gar von einem wich­ti­gen Teil der Daseins­vor­sorge für die gesamte Bevöl­ke­rung, die die Mitar­bei­ter der 16 000 Sport- und Schüt­zen­ver­eine in Bayern in ihrer Frei­zeit mit viel Idea­lis­mus leisten.

Bei der Präsen­ta­tion der Sieger­pro­jekte durch die Vertre­ter der prämier­ten Vereine 1. FC Rieden, SV Wiesen­fel­den, DJK Beucher­ling, DJK Neßl­bach und SV Lauter­ho­fen wurde immer wieder deut­lich, dass „gemein­sam etwas geht“, wie es einer der Idea­lis­ten formu­lierte. Und alle beton­ten, dass sie mit ihren unzäh­li­gen ehren­amt­li­chen Arbeits­stun­den nicht nur einen Mehr­wert für ihren Verein und dessen Mitglie­der schaf­fen woll­ten, sondern für die gesamte Orts­ge­mein­schaft. Viele dieser Projekte sind inzwi­schen zu Treff­punk­ten für alle Gene­ra­tio­nen geworden. 

Kurz­vor­stel­lung der fünf Sieger­ver­eine mit ihren Projekten:

1. FC Rieden

Durch die Erwei­te­rung seiner Sport­an­lage und dem Neubau eines inklu­si­ven und barrie­re­freien Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­spiel­plat­zes hat sich der 1. FC Rieden fit für die Zukunft gemacht und zum ganz­heit­li­chen Bewe­gungs- und Erho­lungs­ort weiter­ent­wi­ckelt, der Gesund­heit fördert und zugleich verant­wor­tungs­voll mit der Umwelt umgeht. Dabei wurde an alle Gene­ra­tio­nen glei­cher­ma­ßen gedacht, die das Sport­ge­lände gemein­sam nutzen können. Ziel war, echte Teil­habe zu ermög­li­chen und die Leute zusam­men­zu­brin­gen, sagte Junio­ren­vor­stand Caro­lin Kemme­ter, die ihr Projekt zusam­men mit Andreas Baumer (Vorstand Verwal­tung), Chris­tine Röckl (Vorstand Sport) und Erich Wolf („Head of Padel“) vorstellte. So soll mit den ange­bo­te­nen Spiel­mög­lich­kei­ten nicht nur die Frei­zeit verbracht werden, sondern Gemein­schaft entste­hen. Mit dem Bau eines Padel-Courts wurde eine Trend­sport­art in die Region geholt. Die Beleuch­tung läuft nach­hal­tig über erneu­er­bare Ener­gien. Dazu bietet der Sport­platz ein neues Kneipp­be­cken und eine Calis­the­nics-Fitness-Kombi als festen Bestand­teil für den Gesund­heits­sport an der frischen Luft. Die Kneipp-Anlage ist bewusst nach­hal­tig konzi­piert. Ihr ökolo­gi­scher Fußab­druck bleibt gering, da statt Trink­was­ser natür­li­ches Quell­was­ser für die Becken verwen­det wird.

SV Wiesen­fel­den

Mit dem Bau einer Roll­ho­ckey-Arena schaffte der SV Wiesen­fel­den eine in Bayern derzeit einzig­ar­tige Trai­nings­stätte. Bei der Vorstel­lung erin­ner­ten die Hockey-Abtei­lung Stefan Räß und Florian Spann­fel­der sowie Kilian Räß und Sebas­tian Hecht an Zeiten, als man zunächst im Winter am Dorf­wei­her und später in einer alten Maschi­nen­halle den Idolen der Strau­bing Tigers nach­ei­ferte und damit auch viele Kinder begeis­terte. Paral­lel zum groß­teils durch Crowd­fun­ding finan­zier­ten Projekt, das komplett in Eigen­leis­tung gestemmt wurde, hat der Verein durch die Grün­dung einer Sparte Roll­ho­ckey ein komplett neues Ange­bot in sein Port­fo­lie des Vereins aufge­nom­men. Wie viele helfende Hände es gab, unter­streicht die Tatsa­che, dass die 330 Quadrat­me­ter große Spiel­flä­che an einem Tag gepflas­tert wurde.   Dabei ist die multi­funk­tio­nale Sport­an­lage öffent­lich zugäng­lich und zu einem Treff­punkt für Fami­lien gewor­den, weil außer­halb der Trai­nings­zei­ten jeder die Anlage nutzen und so unver­bind­lich unter­schied­lichste Sport­ar­ten auspro­bie­ren kann. Dieses nied­rig­schwel­lige Sport­an­ge­bot hilft dem Verein bei der Gewin­nung neuer Mitglie­der und lässt zusätz­lich Raum, um auf einen zukünf­ti­gen Bedarf schnell reagie­ren zu können. Selbst die Nutzung als Eisflä­che im Winter ist denk­bar. In Zukunft wird die neue Roll­ho­ckey-Arena ein zentra­ler Baustein des Vereins sein, um in unter­schied­lichs­ten Spar­ten wach­sen und den Verein weiter­ent­wi­ckeln zu können.

DJK Beucher­ling

Die DJK Beucher­ling ist mit knapp 1000 Mitglie­dern größte Sport­ver­ein in der Gemeinde Zell im Land­kreis Cham und hat sich die Förde­rung des Brei­ten­sports, insbe­son­dere mittels Kinder- und Jugend­ar­beit, zum Ziel gesetzt. Um seiner gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Verant­wor­tung gerecht zu werden, so 2. Vorsit­zen­der Matthias Fleisch­mann, der mit 3. Vorsit­zen­den Rein­hard Kerscher und Schrift­füh­rer Peter Groß die prämierte Maßnahme vorstellte, wurden im Hinblick auf den Klima­wan­del der Wasser- und Ener­gie­ver­brauch der Sport­stätte deut­lich redu­ziert – mit großem Erfolg. Maßnah­men waren die Umrüs­tung der Flut­licht­an­lage und Hallen­be­leuch­tung auf LED, Austausch von strom­fres­sen­den Gerä­ten im Sport­heim, Reduk­tion des Heiz­öl­ver­brauchs durch Umstel­lung auf Luft­wär­me­pumpe in Kombi­na­tion mit einer PV-Anlage mit Strom­spei­cher und eine auto­ma­ti­sche Platz-Bereg­nungs­an­lage. Vor Umset­zung der Maßnah­men wurden die Verbräu­che der einst störungs­an­fäl­li­gen Infra­struk­tur erfasst und analy­siert. Mit vielen frei­wil­li­gen Helfer hat dann der Sport­ver­ein, der im Jahr 2024 mit dem Bürger­en­er­gie­preis belohnt wurde, nach dem Motto ange­packt: So viel wie nötig – so nach­hal­tig und so wenig Ener­gie und Wasser wie möglich. Auch das Förder­pro­gramm des BLSV sei dabei Moti­va­tion gewe­sen, beton­ten die Vertre­ter der DJK, die dafür insge­samt 17 Förder­töpfe anzapf­ten. Mit dem perma­nen­ten Moni­to­ring werden die Einspa­run­gen nun sicht­bar und die Grund­lage für weitere geplante Bausteine des Ener­gie­spar­kon­zepts gelegt. „Wenn die rich­ti­gen Leute zur rich­ti­gen Zeit am rich­ti­gen Ort sind, kann man gemein­sam viel errei­chen“, so die DJK-Bilanz.

DJK Neßl­bach

Die DJK Neßl­bach hat sich in den vergan­ge­nen Jahren von einem reinen Fußball­ver­ein hin zu einem Mehr­spar­ten­ver­ein mit einem brei­ten Ange­bot entwi­ckelt, um so neue Ziel­grup­pen anspre­chen und den Verein zukunfts­fä­hig gestal­ten zu können. Die Grün­dung der neuen Spar­ten wurde durch ein umfas­sen­des Inves­ti­ti­ons­pro­gramm beglei­tet, durch das bereits über 50 000 Euro in die Sanie­rung des Vereins­heim gesteckt wurden. Weitere Inves­ti­tio­nen im Umfang von 100 000 Euro sind bereits geplant. Die Erschlie­ßung neuer Ziel­grup­pen reicht dabei vom Gesund­heits­sport, z. B. durch die Etablie­rung einer neuen Damen­gym­nas­tik-Gruppe, bis hin zur Jugend­ar­beit und zeigt nach den Worten von Hans-Jürgen Bloch (Vorstand Orga­ni­sa­tion), Andreas Sitz­ber­ger (Vorstand Sport), Brigitte Bloch („Mädchen für alles“) und Hans-Jürgen Bloch sen. (Ex-Vorstand und Platz­wart) auch bereits Erfolg, was die Aufwärts­ent­wick­lung der Mitglie­der­zah­len unter­streicht. Weil man Ange­bote für alle schaffe, sei das DJK-Sport­ge­lände längst zu einem Treff­punkt aller Gene­ra­tio­nen gewor­den, freu­ten sich die Vereins­ver­tre­ter. Bei der Arbeit mit und für den Nach­wuchs koope­riert die DJK Neßl­bach mit dem Kreis­ju­gend­ring Deggen­dorf, der jedes Jahr über vier Wochen ein großes Sommer­camp mit über 300 Kindern auf der Anlage der DJK veran­stal­tet. Und auch die nächs­ten Ziele hat man bereits im Visier: Es sind ein neuer Spiel­platz sowie die Umge­stal­tung eines alten Tennis­plat­zes zu einem Multisportfeld.

SV Lauter­ho­fen

Um den SV Lauter­ho­fen (Land­kreis Neumarkt) lang­fris­tig zukunfts­fä­hig aufzu­stel­len, wurde ab März 2025 ein umfas­sen­der Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lungs- und Verän­de­rungs­pro­zess gestar­tet. Ausgangs­punkt war die Frage, wie ein ehren­amt­lich geführ­ter Verein auf gesell­schaft­li­che Verän­de­run­gen wie Indi­vi­dua­li­sie­rung, Gesund­heits­ori­en­tie­rung, demo­gra­fi­schen Wandel und verän­derte Anfor­de­run­gen an das Ehren­amt reagie­ren kann, erläu­ter­ten 1. Vorsit­zen­der Gerhard Springs sowie an seiner Seite Petra Geit­ner (1. Kassie­rin), Günther Lang­ner (Beisit­zer und Abtei­lungs­lei­tung FM-Gebäude) und Ralf Grandl (Abtei­lungs­lei­ter Fitness & Bewe­gung). Der Ansatz bestand darin, nicht nur einzelne Ange­bote auszu­bauen, sondern den gesam­ten Verein orga­ni­sa­to­risch, sport­lich und gesell­schaft­lich weiter­zu­ent­wi­ckeln. Eine zentrale Maßnahme war die Neustruk­tu­rie­rung der Vereins­or­ga­ni­sa­tion. Sicht­barste Meilen­steine war die Eröff­nung der neuen Fitness- und Bewe­gungs­halle im Okto­ber 2025 mit moder­nem Fitness­stu­dio sowie die Stär­kung der gesell­schaft­li­chen Verant­wor­tung mittels einer Inklu­si­ons­in­itia­tive und der Koope­ra­tion mit den Lauten­ho­fe­ner Werk­stät­ten der Regens-Wagner-Stif­tung. Mit dieser Einrich­tung habe es beim SV Lauter­ho­fen aber bereits ein selbst­ver­ständ­li­ches Mitein­an­der gege­ben, so Springs, als viele „noch gar nicht wuss­ten, dass es das Wort Inklu­sion über­haupt gibt“. Der nach­hal­tige Erfolg der Maßnah­men lässt sich bereits jetzt an den stark stei­gen­den Mitglie­der­zah­len auf aktu­ell 1240 ablesen.

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