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Pick­leball-Projekt in Wendel­stein für Schule, Verein und Gesellschaft

Wendel­stein, 21. April 2026

Das Projekt „Rück­schlag­spiele neu entde­cken“ ist in Wendel­stein mit einem beein­dru­cken­den Auftakt gestar­tet und hat bereits am ersten Tag eindrucks­voll gezeigt, welches Poten­zial in der Verbin­dung von Schule, Verein, Kommune und orga­ni­sier­tem Sport steckt. Der Start­schuss fiel mit einer Sport­stunde, die zeigte, wie nied­rig­schwel­lig, moti­vie­rend und verbin­dend Pick­leball für Kinder sein kann.

Unter der Leitung von Lars Haack, staat­lich geprüf­ter Tennis­leh­rer, DTB-B-Trai­ner und Grün­der von Pick­leball UNLI­MI­TED, und Daniel Knapp vom TSV Wendel­stein erleb­ten die Kinder der Klas­sen 2a, 2b und 2c von der ersten Minute an Begeisterung.

Gruppenbild

Metho­dik mit sofort sicht­ba­rer Wirkung

Das metho­di­sche Konzept folgte dem bewähr­ten pädago­gi­schen Prin­zip vom Leich­ten zum Schwe­ren: Ein akti­vie­ren­des Aufwärm­pro­gramm mit koor­di­na­ti­ven Aufga­ben wie Hoch­wer­fen und Fangen führte die Kinder schritt­weise an das Spiel heran. Anschlie­ßend folg­ten erste Spiel­for­men, zunächst indi­vi­du­ell, dann im Team.

Spaß am Sport

Als Herz­stück der Stunde spannte das soge­nannte „Zauber­netz“ quer durch die Sport­halle. Dabei handelt es sich um ein elas­ti­sches Gummi­band, das anstelle eines star­ren Netzes einge­setzt wird und einen zentra­len pädago­gi­schen Gedan­ken verkör­pert. Es nimmt die Angst vor dem Netz, redu­ziert die Hürde des Über­spie­lens und ermög­licht Kindern vom ersten Kontakt an echte Ball­wech­sel. Anders als ein festes Netz verzeiht das Zauber­netz Fehler. Es lässt Ball­wech­sel weiter zu, weil es keinen Ball im Netz gibt. Zu nied­rig gespielte Bälle blei­ben im Spiel, sodass die Kinder weiter­spie­len können. Dies schafft ein Erfolgs­er­leb­nis-Umfeld, das gleich­zei­tig Moti­va­tion und Selbst­ver­trauen stärkt ein Para­de­bei­spiel für die didak­ti­sche Reduk­tion im Kinder- und Einstei­ger­sport. Ziel­spiele auf Zeitungs­blät­ter förder­ten zusätz­lich Präzi­sion, Wahr­neh­mung und Koope­ra­tion. In kürzes­ter Zeit entstan­den stabile Ball­wech­sel, beglei­tet von einer durch­ge­hend posi­ti­ven, konzen­trier­ten und begeis­ter­ten Atmo­sphäre, die für alle Anwe­sen­den sicht­bar war.

Stim­men, die Wirkung erzeugen

Ein beson­de­res Bild bot das Schul­lei­tungs­team der Grund­schule Wendel­stein: Schul­lei­te­rin Ulrike Eurich und ihre Konrek­to­rin Ellen Kelsch sind ein einge­spiel­tes Team, das dieses Projekt von Beginn an mit vollem Enga­ge­ment beglei­tet und mitge­tra­gen hat. Ulrike Eurich hob die beson­dere Quali­tät der Durch­füh­rung und die pädago­gi­sche Stärke im Umgang mit den Kindern ausdrück­lich hervor und bedankte sich im Namen der Schule für die Umset­zung dieses Projekts.

Die Klas­sen­leh­re­rin der 2a brachte es mit einem Augen­zwin­kern auf den Punkt:

„Die Lern­erfolge und die Umset­zung der Übun­gen funk­tio­nie­ren hier besser als in manchen ande­ren Unterrichtsfächern.”

Ein State­ment, das die nied­rige Einstiegs­schwelle und die schnel­len Erfolgs­er­leb­nisse im Pick­leball eindrucks­voll unterstreicht.

Hohe Aufmerk­sam­keit aus Poli­tik, Verband und Medien

Der Projekt­auf­takt wurde von zahl­rei­chen Vertre­te­rin­nen und Vertre­tern aus Gemeinde, Schule und Sport beglei­tet. Alle Gäste beglei­te­ten eine voll­stän­dige Unter­richts­ein­heit und konn­ten sich direkt von der Quali­tät und Wirkung überzeugen.

Schul­rat Martin Mede­rer vom Land­kreis Roth bezeich­nete das Projekt im Anschluss ausdrück­lich als „Leucht­turm­pro­jekt” für die Koope­ra­tion zwischen Schule, Sport­ver­ein, Landes­sport­bund und Fach­ver­band und sicherte seine persön­li­che Unter­stüt­zung für zukünf­tige Vorha­ben zu.

Dieter Bunsen, Präsi­di­ums­mit­glied des Baye­ri­schen Landes­sport­bun­des (BLSV), würdigte das Enga­ge­ment aller Betei­lig­ten als wich­ti­gen Impuls für die Weiter­ent­wick­lung des Schul­sports und äußerte sich über­aus posi­tiv über das Projekt. Moritz Coen, der neue GB-8-Leiter des Baye­ri­schen Tennis-Verbands (BTV) und zustän­dig für Pick­leball und Padel, war eben­falls vor Ort und zeigte sich begeis­tert vom Konzept. Aus der Gemein­de­ver­wal­tung Wendel­stein nahmen der zweite Bürger­meis­ter Willi­bald Milde und die Gemein­de­rä­tin Corne­lia Grieß­beck teil. Sie brach­ten ihre fach­kun­dige Unter­stüt­zung aktiv in die Diskus­sion ein.

Medi­en­prä­senz und Reichweite

Für zusätz­li­che Medi­en­prä­senz und Reich­weite sorgte Sport­jour­na­list Dieter Feus­tel, der regel­mä­ßig für den Baye­ri­schen Rund­funk tätig ist und die Veran­stal­tung im Auftrag des BTV filmisch beglei­tete. Mit profes­sio­nel­ler Kame­ra­füh­rung, Nahauf­nah­men und Inter­views mit Gästen und Kindern entsteht aktu­ell ein hoch­wer­ti­ger Film­bei­trag für die Verbands- und Medi­en­ka­näle ein star­kes Zeichen für die über­re­gio­nale Bedeu­tung des Projekts.

Die mediale Reso­nanz auf den Projekt­auf­takt über­trifft bereits jetzt alle Erwar­tun­gen. Zahl­rei­che Zeitun­gen und Redak­tio­nen haben ihr Inter­esse signa­li­siert und ihre Bereit­schaft bekun­det, den Arti­kel zu veröf­fent­li­chen. Beson­ders erfreu­lich ist die Anfrage von Fran­ken TV. Der Sender möchte einen geson­der­ten Film­ter­min mit dem Projekt verein­ba­ren, da am heuti­gen Projekt­tag kein freies Film­team verfüg­bar war. Das Inter­esse an einer profes­sio­nel­len TV-Bericht­erstat­tung ist jedoch ausdrück­lich vorhan­den. Dies ist ein weite­rer Beleg dafür, dass das Wendel­stei­ner Projekt weit über die Region hinaus Aufmerk­sam­keit verdient.

Nach­hal­tig­keit und Wirkung im Schulalltag

Ein beson­de­res Signal setzt die Schule selbst: Die Grund­schule Wendel­stein wird Pick­leball künf­tig fest in ihr Sport­an­ge­bot inte­grie­ren und hat bereits umfas­sen­des Equip­ment ange­schafft. Damit das Lehrer­kol­le­gium die Sport­art eigen­stän­dig im Unter­richt umset­zen kann, wird Lars Haack eine schul­in­terne Lehrer­fort­bil­dung (SchilF) durch­füh­ren und das Team gezielt auf diesen Schritt vorbereiten.

Dass Pick­leball im Kolle­gium ange­kom­men ist, zeigt ein Beispiel: Aus einem Team­buil­ding-Event ist ein monat­li­cher Spiel­treff des Lehrer­teams entstan­den. Dieser Lehrer-Pick­leball ist weit mehr als ein Frei­zeit­an­ge­bot, er ist ein wich­ti­ger Baustein im wach­sen­den Pick­leball-Ange­bot der Region.

Vision Wendel­stein und Infrastrukturentwicklung

Ein zentra­les Thema der Gesprächs­runde war die Weiter­ent­wick­lung der Sport­in­fra­struk­tur. Im Fokus steht die Reak­ti­vie­rung der seit Jahren unge­nutz­ten Eisstock­bahn auf der Anlage des TSV Wendel­stein, die nur eine Gehmi­nute von der Grund­schule entfernt ist. Die Teer­flä­che soll instand­ge­setzt und zu einer moder­nen Pick­leball-Anlage umge­stal­tet werden. Der TSV Wendel­stein wird entspre­chende Förder­an­träge beim BLSV einrei­chen. Die Gemeinde signa­li­sierte in den Gesprä­chen eine hohe Bereit­schaft, das Vorha­ben aktiv zu unter­stüt­zen und den Beschluss für die Nutzung als Pick­leball-Plätze zu fassen. Perspek­ti­visch soll die Fläche für Schul­klas­sen, Mittags­be­treu­un­gen und weitere Einrich­tun­gen geöff­net werden.

Pickleball in der Schule

Paral­lel dazu ist das Projekt „Bewegte Pause” geplant, das im Sommer auf den zukünf­ti­gen Pick­leball-Plät­zen der alten Eisstock­bahn star­ten soll – direkt vor der Schul­tür und damit ideal als leben­di­ger Bewe­gungs­raum im Schul­all­tag. Dies ist ein weite­rer Baustein, um Kinder in einer zuneh­mend bewe­gungs­ar­men Zeit aktiv zu fördern und dem stei­gen­den Bewe­gungs­man­gel gezielt entgegenzuwirken.

Klare Haltung und Vision

Projekt­lei­ter Lars Haack bringt seine Moti­va­tion im Inter­view auf den Punkt:

„Es geht darum, Kinder in Bewe­gung zu brin­gen, ihnen Freude am Sport zu vermit­teln und sichere Räume zu schaf­fen. Kinder soll­ten sich bewe­gen, lieber 700 Meter auf dem Platz laufen als 700 Meter am Bild­schirm zu scrollen.“

Er versteht das Projekt bewusst nicht primär als wirt­schaft­li­ches Vorha­ben, sondern als gesell­schaft­li­chen Beitrag: Sport bekannt machen, Begeis­te­rung wecken und Kindern eine sinn­volle Alter­na­tive zu digi­ta­len Medien bieten.

Ein zentra­les Prin­zip in der gesam­ten Durch­füh­rung ist dabei Safe Sport, die Schaf­fung siche­rer, respekt­vol­ler und fördern­der Räume für Kinder und Jugend­li­che. Jede Einheit ist so gestal­tet, dass alle Kinder unab­hän­gig von Vorer­fah­rung, körper­li­cher Voraus­set­zung oder Leis­tungs­stand gleich­be­rech­tigt teil­neh­men, Erfolgs­er­leb­nisse haben und sich in einer posi­ti­ven Atmo­sphäre entwi­ckeln können. Safe Sport ist für Lars Haack und das Trai­ner­team keine zusätz­li­che Maßnahme, sondern eine Grund­hal­tung und ein Quali­täts­merk­mal, das dieses Projekt von Beginn an prägt.

Ausblick

In den kommen­den drei Wochen wird das Projekt im Sport­un­ter­richt fort­ge­führt. Neben Pick­leball wird auch Tennis inte­griert. In einer abschlie­ßen­den Einheit können die Kinder selbst wählen, welche Sport­art sie spie­len möch­ten und im Wech­sel zwischen beiden ausprobieren.

Ergänzt wird das Projekt durch einen alters­ge­rech­ten Evalua­ti­ons­bo­gen, um die Wahr­neh­mung und Entwick­lung der Kinder gezielt auszu­wer­ten und die Ergeb­nisse für zukünf­tige Maßnah­men zu nutzen.

Das Projekt ist eine Koope­ra­tion der Grund­schule Wendel­stein, des TSV Wendel­stein, Pick­leball UNLI­MI­TED (Lars Haack), des Baye­ri­schen Landes­sport­bun­des (BLSV Mittel­fran­ken) und HEAD. Es rich­tet sich an rund 70 Schü­le­rin­nen und Schü­ler der zwei­ten Jahr­gangs­stufe und ist Teil einer lang­fris­ti­gen Initia­tive zur Förde­rung von Bewe­gung, Schul-Vereins­ko­ope­ra­tion und der Entwick­lung von Pick­leball in Bayern.

Vereine, Schu­len oder Insti­tu­tio­nen, die Pick­leball in ihr Ange­bot inte­grie­ren oder ein ähnli­ches Koope­ra­ti­ons­pro­jekt star­ten möch­ten, sind herz­lich einge­la­den, Kontakt aufzu­neh­men. Lars Haack und das Team von Pick­leball UNLI­MI­TED unter­stüt­zen und bera­ten gerne – von der ersten Idee bis zur Umsetzung.

Mehr Infor­ma­tio­nen finden Sie unter: http://​www​.pick​leball​un​li​mi​ted​.de

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