Gerhard Wägemann, Landrat des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen und ehemaliger Vorsitzender des Landessportbeirates, schätzt den Sport als weichen Standortfaktor für die Tourismusregion „Altmühl-Franken“ hoch ein.

17. September 2012

Aufbruchsstimmung statt Resignation

 

Der demographische Wandel stellt den Sport in den nächsten Jahren und Jahrzehnten deutschlandweit vor große Veränderungen. Trotz seiner Wirtschaftskraft und Attraktivität wird auch Bayern von diesem Phänomen betroffen sein. So wird bis 2030 die Gesamtbevölkerungszahl lediglich auf dem Niveau von 2010 gehalten werden können. Während der Süden, besonders der „Speckgürtel“ um den Ballungsraum München große Bevölkerungszunahmen verzeichnen wird, wird der Norden des Freistaates, mit Ausnahme des Ballungsraumes Nürnberg-Fürth-Erlangen und der Universitätsstadt Würzburg, Bevölkerungsrückgänge verkraften müssen.

Im Rahmen der Klausurtagung des BLSV-Sportbezirks Mittelfranken wurde unter Regie des Bezirksvorsitzenden Jörg Ammon deshalb diskutiert, wie der organisierte Sport sinnvoll auf die mit dem demographischen Wandel verbundenen Veränderungen der Gesellschaftsstruktur reagieren kann und muss.

 

BLSV-Präsident Günther Lommer war voll des Lobes für die Arbeit des Sportbezirkes Mittelfranken.

Als Ort für die Klausurtagung, zu der neben den Mitgliedern der BLSV-Bezirks- und Kreisvorstandschaften auch erstmals die Bezirksvorsitzenden der Sportfachverbände geladen waren, wurde das Landratsamt in Weißenburg gewählt. Der äußerst sportaffine Landrat Gerhard Wägemann begrüßte die BLSV-Funktionäre persönlich und zeigte anhand einer Kurzdarstellung der „Zukunftsinitiative Altmühl-Franken“ auf, dass mit Ideenreichtum und Einsatzbereitschaft auch in strukturschwachen Gebieten eine Attraktivitätssteigerung möglich ist. Einsatzfreude forderte auch BLSV-Präsident Günther Lommer in seinem Impulsreferat „Aufbruch 2018: Der BLSV und seine Mitglieder – Nur gemeinsam geht’s!“ von den Anwesenden ein. Nach einem Abriss der in den letzten acht Jahren erreichten sportpolitischen Erfolge kam Lommer auf die anstehenden Wahlen und die Entwicklungspotentiale des Dachverbandes zu sprechen. Er betonte, dass der BLSV in den nächsten fünf Jahren nicht stehen bleiben wolle und es erneut einen Sprung nach vorne geben müsse. „Dazu brauchen wir Sie! Lassen Sie uns gemeinsam den BLSV so gestalten, dass wir stolz darauf sein können, Mitglied, Mitarbeiter oder Funktionär in dieser Institution zu sein!“, appellierte Lommer am Ende seiner Rede.

In den anschließenden Referaten wurde von Daniela Lamprecht vom Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung die Bevölkerungsentwicklung in Bayern und speziell in den mittelfränkischen Sportbezirken skizziert. Marktforscher Ronald Frank vom GfK Verein führte anhand der „Lebensweltenprognose 2025“ aus, welche sportlichen Aktivitäten von der nicht im Verein organisierten Bevölkerung ab 14 Jahren präferiert werden und folglich in die Gestaltung des Sportangebotes im Verein einfließen sollten. Nach einer kurzen Podiumsdiskussion mit den beiden Referenten folgte der Vortrag von Dr. Susanne Burger, der Leiterin des BLSV-Geschäftsbereichs Breitensport. Sie betonte, dass qualitativ hochwertige, zeitlich flexible und individuell gestaltbare Angebote notwendig sind, um Menschen verschiedener Altersstufen zukünftig dauerhaft für den Vereinssport zu begeistern. Der Bereich des Leistungssports im Jugend- und Nachwuchsbereich wurde von Dr. Natalie Schwägerl abgedeckt. Anhand einer im Auftrag des Forums Sport der Europäischen Metropolregion Nürnberg durchgeführten Studie verdeutlichte sie, welche Wege zur Optimierung der Förderung von in der Region ansässigen Sporttalenten zukünftig beschritten werden sollten.

Die von den Referenten gegebenen Impulse flossen im letzten Teil der Klausurtagung in die Diskussionen der Arbeitsgruppen, die sich mit den Entwicklungen und Spannungsfeldern im Kinder- und Jugendsport, im Familien- und Individualsport sowie im Sport mit Älteren befassten, ein. Statt sich der Bevölkerungsentwicklung lamentierend hinzugeben, wurde an diesem Tag eine von Kommunikation und Kreativität getragene Aufbruchsstimmung verbreitet.

 

Das Landratsamt in Weißenburg bot den idealen Rahmen für die Klausurtagung.