Frauen im Sport
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Sport­fach­ver­bände, Vereine & Trainer:innen

Setzt Euch ein für mehr Power, mehr Viel­falt, mehr Gleich­stel­lung – mehr Vereinssport.

Warum ist Mädchen- und Frau­en­för­de­rung im orga­ni­sier­ten Sport unverzichtbar?

Die Förde­rung von Mädchen und Frauen im orga­ni­sier­ten Sport ist unver­zicht­bar, weil sie Chan­cen­gleich­heit schafft und gesell­schaft­li­che Teil­habe stärkt. Sport vermit­telt Werte wie Team­geist, Selbst­ver­trauen und Fair­ness – Fähig­kei­ten, die weit über das Spiel­feld hinaus wirken. Noch immer stoßen Mädchen und Frauen auf struk­tu­relle Hürden, fehlende Vorbil­der und unglei­che Bedin­gun­gen. Eine gezielte Förde­rung sorgt dafür, dass sie ihre Poten­ziale entfal­ten, Führungs­rol­len über­neh­men und den Sport aktiv mitge­stal­ten können. So entsteht eine viel­fäl­ti­gere, gerech­tere und zukunfts­fä­hige Sport­kul­tur für alle.

Grafik Lebensphasen einer Frau im Bezug zur Sportlerkarriere
Phase 1 – Phase 2 – Phase 3Phase 4
Phase 5 – Phase 6 – Phase 7 – Phase 8
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1. Kind­heit & Präpu­ber­tät (ca. 6–10 Jahre)

  • Noch keine hormo­nelle Akti­vie­rung der Geschlechtsachsen
  • Körper­zu­sam­men­set­zung und Leis­tungs­fä­hig­keit ähneln Jungen
  • Hohe neuro­nale Lernfähigkeit
Wich­tig für Sportvereine
  • Brei­tes, viel­sei­ti­ges Bewe­gungs­an­ge­bot (keine frühe Spezialisierung)
  • Spaß, Spiel und soziale Inte­gra­tion stehen im Vordergrund
  • Geschlech­ter­tren­nung sport­lich nicht notwendig
  • Eltern­ar­beit: Fokus auf lang­fris­tige Entwick­lung statt Leistung
Wich­tig für Trainer:innen
  • Tech­nik- und Koor­di­na­tion trai­nie­ren (laufen, sprin­gen, werfen), abwechs­lungs­reich und spie­le­risch gestaltet
  • Kein leis­tungs- oder gewichts­ba­sier­tes Feedback
  • Sensi­ble Spra­che zur Körperwahrnehmung
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2. Puber­tät / Adoles­zenz (ca. 9–16 Jahre)

  • Beginn des Menstruationszyklus
  • Verän­de­run­gen der Körper­pro­por­tio­nen (Becken­breite, Fettverteilung)
  • Rasches Längen­wachs­tum
Wich­tig für Sportvereine
  • Flexi­ble Leis­tungs- und Altersklassen
  • Schutz­räume und Vertrau­ens­per­so­nen (z. B. bei Zyklusfragen)
  • Aufklä­rung für Eltern und Athletinnen
Wich­tig für Trainer:innen
  • Tech­nik ggf. neu erler­nen (verän­der­ter Hebel, Schwerpunkt)
  • Offen­heit für Zyklus-Themen (ohne Zwang zur Offenlegung)
  • Acht­sam­keit für RED‑S, Essstö­run­gen, Leistungsdruck
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3. Repro­duk­tive Phase (ca. 16–40 Jahre)

  • Regel­mä­ßige Mens­trua­ti­ons­zy­klen → zyklus­ori­en­tier­tes Training
  • Zyklus­pha­sen können Kraft, Rege­ne­ra­tion und Verlet­zungs­ri­siko beeinflussen
  • Einfluss hormo­nel­ler Verhütungsmittel
Wich­tig für Sportvereine
  • Zyklus­freund­li­che Trai­nings- und Wettkampfstrukturen
  • Möglich­keit zu indi­vi­du­el­len Anpassungen
  • Fort­bil­dun­gen für Trainer:innen zu zyklus­ba­sier­tem Training
  • Keine Tabui­sie­rung mens­trua­ti­ons­be­ding­ter Leistungsanpassungen
Wich­tig für Trainer:innen
  • Zyklus­ori­en­tierte Trai­nings­steue­rung (wenn Athle­tin es wünscht)
  • Anpas­sung von Inten­si­tät, Rege­ne­ra­tion und Techniktraining
  • Erhöhte Aufmerk­sam­keit für Kreuzbandverletzungen
  • Respekt­volle, profes­sio­nelle Kommunikation
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4. Schwan­ger­schaft (ca. 20–40 Jahre, biolo­gisch 15–45)

  • Gewichts­zu­nahme, Verschie­bung des Körperschwerpunkts
  • Anpas­sun­gen im Herz-Kreislauf-System
Wich­tig für Sportvereine
  • Spezi­elle Schwan­ger­schafts­an­ge­bote oder Kurs­for­mate mit klaren Sicherheitsstandards
  • Signal: Schwan­ger­schaft ≠ Trainingsverbot
  • Flexi­bi­li­tät bei Mitglied­schaft und Teilnahme
  • Ggf. Weiter­bil­dung für Trainer:innen ermöglichen
Wich­tig für Trainer:innen
  • Fokus auf Beweg­lich­keit, Kraft­aus­dauer, Atmung
  • Indi­vi­du­elle Tages­form berücksichtigen
  • In enger Abstim­mung mit der Schwan­ge­ren bleiben
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5. Post­par­tum / Rück­bil­dungs­phase (0–12 Monate nach Geburt)

  • Hormo­nelle Norma­li­sie­rung dauert Monate
  • Becken­bo­den und Bauch­mus­ku­la­tur geschwächt
  • Sehr indi­vi­du­el­ler Wieder­ein­stieg (ggf. mit Kind!)
Wich­tig für Sportvereine
  • Mutter-Kind-Ange­bote schaffen
  • Nied­rig­schwel­li­ger Wieder­ein­stieg, auch in neue Sportarten
Wich­tig für Trainer:innen
  • Gedul­di­ger Wieder­ein­stieg (nicht leistungsorientiert)
  • Sensi­bi­li­tät und Flexi­bi­li­tät für psychi­sche Belastungen
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6. Peri­me­no­pause (ca. 40–50 Jahre)

  • Schwan­ken­der Östro­gen- und Progesteronspiegel
  • Oft unre­gel­mä­ßige Zyklen, Schlaf­pro­bleme, Hitzewallungen
  • Abneh­mende Rege­ne­ra­ti­ons­fä­hig­keit, schrump­fende Muskulatur
Wich­tig für Sportvereine
  • Alters­über­grei­fende, flexi­ble Trainingsformate
  • Ange­bote mit Fokus auf Kraft­trai­ning und Stressregulation
  • Entstig­ma­ti­sie­rung von Wechseljahresbeschwerden
Wich­tig für Trainer:innen
  • Längere Rege­ne­ra­ti­ons­zei­ten einplanen
  • Inten­si­tät indi­vi­du­ell anpas­sen, Musku­la­tur stärken
  • Leis­tungs­ab­fall nicht mit mangeln­der Moti­va­tion verwechseln
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7. Meno­pause (durch­schnitt­lich 51 Jahre)

  • 12 Monate ohne Mens­trua­tion → Menopause
  • Verän­de­run­gen in Fett­ver­tei­lung, Stoff­wech­sel und Knochenstoffwechsel
Wich­tig für Sportvereine
  • Präven­ti­ons­ori­en­tierte Programme (Osteo­po­rose, Sarkopenie)
  • Lang­fris­tige Bindung statt Wettkampffokus
  • Gesund­heits­kom­mu­ni­ka­tion statt Defizitnarrative
Wich­tig für Trainer:innen
  • Tech­nik­sau­ber­keit zur Verletzungsprävention
  • Moti­va­tion durch Funk­ti­ons­fä­hig­keit und Alltagstauglichkeit
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8. Post­me­no­pause (ab ca. 51 Jahren – lebenslang)

  • Stabil nied­rige Östro­gen- und Progesteronwerte
  • Sinkende Muskel­masse, abneh­mende Knochendichte
  • Erhöhte Verlet­zungs­an­fäl­lig­keit, redu­zier­tes Reaktionsvermögen
Wich­tig für Sportvereine
  • Regel­mä­ßige, betreute, barrie­re­freie Trainingsangebote
  • Kleine Grup­pen, bewusste Ansprache
  • Soziale Einbin­dung als zentra­les Ziel
Wich­tig für Trainer:innen
  • Gleich­ge­wichts- und Koordinationstraining
  • Kraft­trai­ning zum Muskelerhalt
  • Ressour­cen- statt Defizitorientierung
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Warum verlas­sen so viele Mädchen und junge Frauen den Vereins­sport? ​
Viele Mädchen und junge Frauen kehren dem Vereins­sport den Rücken, obwohl sie oft mit Begeis­te­rung begon­nen haben. Die Gründe dafür sind viel­fäl­tig und lassen sich in soziale, struk­tu­relle und indi­vi­du­elle Fakto­ren eintei­len. Diese betref­fen sowohl das persön­li­che Umfeld als auch gesell­schaft­li­che Rahmen­be­din­gun­gen und die Vereins­struk­tu­ren selbst.

Drei Frauen im Tennisdress - Soziale Faktoren zum Dropout Drei Frauen im Tennisdress - Strukturelle Faktoren zum Dropout Drei Frauen im Tennisdress - Individuelle Faktoren zum Dropout
(Klick auf die Bilder für mehr Infos)

Der Rück­gang weib­li­cher Mitglie­der im Vereins­sport ist kein Einzel­fall, sondern Ergeb­nis eines komple­xen Zusam­men­spiels sozia­ler, struk­tu­rel­ler und persön­li­cher Fakto­ren. Um Mädchen und junge Frauen lang­fris­tig zu halten, braucht es gezielte Unter­stüt­zung, flexi­ble Ange­bote und ein inklu­si­ves, wert­schät­zen­des Vereinsumfeld. 

Im nächs­ten Reiter haben wir Stra­te­gien und Maßnah­men zur Drop-out Präven­tion darge­stellt. Außer­dem gibt es auf der Unter­seite Commu­nity & Trends die Möglich­keit, sich von ande­ren Verei­nen und Verbän­den und deren Best Prac­ti­ces inspi­rie­ren zu lassen.

Jedes Mitglied, das einen Verein verlässt, hinter­lässt eine Lücke – aber auch eine wert­volle Chance. Wenn wir verste­hen, warum Menschen ihre Mitglied­schaft been­den, können wir gemein­sam Wege finden, den Sport­ver­ein wieder attrak­ti­ver zu machen, Bindun­gen zu stär­ken und neue Mitglie­der zu gewinnen.

Der BLSV führt daher eine anonyme Umfrage unter ehema­li­gen Vereins­mit­glie­dern ein. Ziel ist es, besser zu verste­hen, welche Gründe zum Austritt führen, um darauf aufbau­end gezielte Maßnah­men zur Mitglie­der­bin­dung und ‑gewin­nung zu entwickeln.

-> Wir bitten euch herz­lich um eure Unter­stüt­zung, indem ihr den Umfra­ge­link an Perso­nen weiter­lei­tet, die ihren Vereins­aus­tritt erklärt haben. Anbei findet ihr sowohl die Umfra­ge­links als auch eine kurze Anlei­tung dazu. Gerne könnt ihr die Umfrage auch auf eurer Website platzieren.

» Link zur Umfrage zu Austrittsgründen

Mädchen und Frauen erle­ben im Sport nach wie vor struk­tu­relle Benach­tei­li­gun­gen: gerin­gere Sicht­bar­keit, stereo­type Rollen­bil­der, fehlende Vorbil­der, unzu­rei­chende Schutz­räume und weni­ger Teil­habe an Entschei­dungs­pro­zes­sen. Gleich­zei­tig bietet der Vereins­sport große Chan­cen für persön­li­che Entwick­lung, Selbst­wirk­sam­keit und soziale Gemein­schaft.

Der unten verlinkte Maßnah­men­ka­ta­log dient dazu, Ideen zu entwi­ckeln und Beispiele zu geben, die gezielt in den Vereins­all­tag und die Trai­nings­pra­xis inte­griert werden können. Der Fokus liegt auf vier zentra­len Perso­nen­grup­pen, die entschei­dend zum Erfolg beitra­gen: das Vereins­ma­nage­ment, Trainer:innen, Eltern und Sportler:innen selbst.
» Den Maßnah­men­ka­ta­log könnt ihr hier herun­ter­la­den.

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