Die Geschichte unseres Sportkreises

Es war im November 1976, als die damalige Vorstandschaft des BLSV-Bezirks Schwaben unter Hans Pfeiffer einstimmig beschloss, Struktur und Einteilung des Sportkreises auch den politischen Grenzen anzugleichen. Die seinerzeit enorm steigenden Mitgliederzahlen in den Sportvereinen ließen eine solche Strukturänderung für dringend notwendig erscheinen. Umso mehr, als damit die Sportvereine im Landkreis Aichach-Friedberg endlich auch eine eigene „BLSV-Heimat“ bekommen sollten. Im besonderen im Altlandkreis Aichach war dies immer wieder gefordert worden, nachdem man früher zu Oberbayern - dem Sportkreis Dachau - gehörte und dann dem Sportkreis 5 Augsburg Stadt im Bezirk Schwaben  zugeteilt worden war. Zwar waren unsere Vereine bis dahin auch    durch Vorstandsmitglieder im Kreis Augsburg  Stadt  vertreten, doch die Entwicklung erforderte ein Umdenken.

Im Mai 1977 gab das BLSV-Präsidium in München grünes Licht zur Teilung des Sportkreises Augsburg Stadt. Es folgte auch eine Befragung aller Sportvereine in beiden Kreisen und dabei hatten sich mehr als zwei Drittel für die Teilung ausgesprochen. Die Vorteile für die Vereine gerade im Landkreis Aichach-Friedberg wurden im besonderen in der „Betreuung vor Ort“ erkannt, und damit unter anderem auch verbesserte Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten für die Vereinsmitarbeiter und die Übungsleiterinnen und Übungsleiter, nicht zuletzt auch schnellere Informations- und Beratungsmöglichkeiten in Sachen Zuschuss-, Steuer- oder Versicherungsfragen erwartet.

Der „Kaiserschnitt“, bei dem schließlich zwei „Kinder“ geboren wurden   - der Sportkreis Augsburg-Stadt und der Sportkreis Aichach-Friedberg - war eine gelungene Operation. Die Abtrennung vom Sportkreis Augsburg-Stadt wirkte sich befruchtend aus auf das sportliche Leben im Landkreis Aichach-Friedberg, umso mehr als jetzt auch den Gemeinden und dem Landkreis ein Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung stand. Schließlich war bei der Zusammensetzung der Vorstandschaft dieses neuen Sportkreises besonderes Augenmerk auf eine möglichst ausgewogene Verteilung zwischen Nord und Süd und Ost und West gelegt worden, übrigens auch heute noch eine Vorgabe für die Führungskräfte.
Der ersten Vorstandschaft gehörten an: Hans Böller aus Friedberg als Vorsitzender, Thomas Goldstein aus Adelzhausen als dessen Stellvertreter, Frauenvertreterin Brigitte Laske aus Aichach, Hermann Scholz aus Friedberg als Schatzmeister, Franz Bonk aus Kissing als Schriftführer, Alois Heilgemeir als Sportabzeichenobmann. Klaus Laske (Aichach), Rupert Rummel (Dasing) und Adolf Tscherne (Pöttmes) wurden als Beisitzer berufen.
Die erste Jugendleitung im neuen Sportkreis Aichach-Friedberg bildeten Heinz Mildner (Ottmaring), Toni Käsmayr (Friedberg), Rosi Paul (Friedberg) und Gitta Baur (Friedberg).

Heute noch sind aus dieser ersten Vorstandschaft nicht weniger als fünf Mitglieder im BLSV-Sportkreis tätig. Die kameradschaftliche Unterstützung und gute Zusammenarbeit, die selbst den privaten Bereich umfasst, hat uns in den vergangenen drei Jahrzehnten viel erreichen lassen, sie wird uns aber auch in der Zukunft helfen, alle Herausforderungen zu bestehen.

Unendlich viel für den Sport im Landkreis bewirkt haben einige Freunde, die uns im Tod vorausgegangen sind. Als erster ist hier der bis zu seinem überraschenden Tod im Januar 1991 als Vorsitzender wirkende Hans Böller zu nennen, weiter Rosi Paul und Gitta Baur, Hermann Scholz, Alois Heilgemeir, Helmut Knab, Adolf Tscherne, Josef Elbl und Rupert Rummel.

Vor allem in den letzten zwei Jahrzehnten zieht sich das Thema Finanzen wie ein roter Faden durch alle Gespräche und Diskussionen. Wenn es um die Finanzen geht, müssen wir feststellen, dass sich die Dimensionen seit Beginn der 90-er Jahre doch gewaltig verändert haben und nicht nur den Vereinen, sondern auch uns als den gewählten Vertretern der Sportvereine immer wieder Kopfzerbrechen bereiten. Die grundlegend und in den letzten Jahren dramatisch gewandelten Rahmenbedingungen des Staates, der Kreise, Städte und Gemeinden schlagen voll durch auf jene, die nach wie vor darauf angewiesen sind, neben eigenen Mitteln auch durch die Öffentliche Hand gefördert zu werden. In den Gesprächen draußen bei den Vereinen wird deutlich, dass dies zu einer Bedrohung für die Vereinsarbeit werden kann.

Vereinskultur gehört zur Kultur dieser Zeit, also auch Sportvereine gehören zur Kultur dieser Zeit. Sportentwicklung darf aber nicht von Zufälligkeiten abhängig gemacht werden, sondern braucht Kontinuität. Und deshalb brauchen unsere Vereine auch weiterhin die kommunale Unterstützung, um ihre Aufgaben, die ja nicht weniger werden, bewältigen zu können. Und unsere Gesellschaft wiederum braucht die Sportvereine heute nötiger denn je, damit die Ausgaben und Maßnahmen für die Reparaturen gesellschaftlicher Fehlentwicklungen nicht noch weiter steigen.

Brigitte Laske

Kreisvorsitzende