Dass Sport und Bewegung gut für die Gesundheit sind, weiß man in den Sportvereinen schon lange. In den vergangenen Jahren haben sich neben den traditionellen Angeboten des Breitensports daher eine ganze Reihe von speziellen Gesundheitssportprogrammen herausgebildet, die besonders qualifiziert angelegt sind.

Der Deutsche Olympische Sportbund hat in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer für diese Angebote ein Qualitätssiegel entwickelt, mit dem sich der organisierte Sport verpflichtet, die hohe Qualität seiner Gesundheitssportangebote vor Ort in den Vereinen nach gemeinsamen verbindlichen Grundsätzen sicherzustellen.

Das Qualitätssiegel hat eine Gültigkeit von zwei Jahren. Danach muss ein Verlängerungsantrag gestellt werden. Mit eingereicht werden muss ein Nachweis über eine Fortbildung mit 15 UE im Gesundheitssportbereich des Verbandes, die im Zeitraum der Gültigkeit des Siegels besucht worden ist.

SPORT PRO GESUNDHEIT ist als Dachmarke gleichbedeutend mit den bestehenden Zertifikaten „Pluspunkt Gesundheit.DTB“ des Deutschen Turner-Bundes und „Gesund und Fit im Wasser“ des Deutschen Schwimm-Verbandes. Wer nicht diesen beiden Fachverbänden angehört, aber die Qualitätskriterien erfüllt, kann die Dachmarke beim Bayerischen Landes-Sportverband beantragen.

So funktionierts:

Neuantrag
1. Ausfüllen des Antrags - für jedes Angebot ein eigener Antrag (Vorlage s.u.)
2. Ausfüllen des Rahmenkonzeptes (Vorlage s.u.)
3. Kopie der Übungsleiterlizenz beilegen

Verlängerung
1. Ausfüllen des Verlängerungsantrages (Vorlage s.u.)
2. Wenn der Inhalt identisch bleibt, muss das Rahmnekonzept nicht mehr ausgefüllt werden.
3. Kopie einer Fortbildung über 15 UE im Gesundheitssportbereich des Verbandes mit einreichen. Diese muss im Zeitraum der Gültigkeit des Qualitätssiegels besucht worden sein. Ein neu absolviertes Profil kann natürlich auch zur Verlängerung angerechnet werden.

Senden an
Bayerischen Landes-Sportverband e.V. Geschäftsbereich 6 Breitensport Georg-Brauchle-Ring 93 80992 München

Was bietet das Qualitätssiegel?

Die Vereine und Verbände garantieren Ihnen eine hohe und gleichbleibende Qualität der Angebote. Denn für alle zertifizierten Gesundheitsprogramme gelten verbindliche Qualitätskriterien. Die Qualitätssiegel-Angebote setzen auf die präventive Wirkung von Bewegung. Sie können Ihr Herz-Kreislauf-System stärken, Ihr Skelett-System, wie beispielsweise den Rücken stabilisieren oder auch gezielte Stressbewältigung verfolgen. Schon jetzt können Sie sich bei einigen Ärzten über die Qualitätssiegel-Angebote in Ihrer Nähe informieren. Sie finden die Gesundheitsangebote bundesweit. Bereits jetzt bestehen schon ca. 10000 Angebote mit dem Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT. Die Sportvereine, die sich mit großem Engagement an der Aktion beteiligen, leisten mittel- und langfristig einen Beitrag zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen. Viele Krankenkassen haben das Siegel als qualifizierte Maßnahme zur Primärprävention anerkannt. Mitglieder haben die Möglichkeit, sich über § 20 SGB V einen Teil der Kurskosten rückerstatten zu lassen. Fragen Sie vor Aufnahme des Angebots Ihre Krankenkasse. Darüber hinaus sind die Angebote von SPORT PRO GESUNDHEIT von einigen Kassen über § 65 SGB V in das Bonusprogramm aufgenommen worden. Interessierte sollten sich vorher auf jeden Fall bei ihrer Krankenkasse vor Ort informieren.


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Kernziele für den Gesundheitssport

Kernziel 1
Stärkung von physischen Gesundheitsressourcen
Ziel ist es, insbesondere die körperlichen Eigenschaften zu stärken, die zur Gesunderhaltung beitragen. Beispielsweise hat ein regelmäßiges Ausdauertraining deutliche gesundheitswirksame Effekte hinsichtlich des Auftretens von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Verbesserung von Kraft, Dehnfähigkeit und Koordination beugt dem Auftreten von Rückenschmerzen vor.

Kernziel 2

Stärkung von psychosozialen Gesundheitsressourcen
Sportliche Aktivität kann auf der emotionalen Ebene zu einer direkten Steigerung des Wohlbefindens beitragen. Angestrebt wird der Aufbau eines positiven Körperkonzepts sowie die Vermittlung von Wissen über die vielfältigen Möglichkeiten und Wirkungen körperlicher Aktivitäten.

Kernziel 3
Verminderung von Risikofaktoren
Gesundheitssportliche Maßnahmen wirken über das körperliche Training direkt auf Fettstoffwechsel, Blutzucker, Übergewicht oder das Immunsystem. Dies gilt auch für muskuläre Dysbalancen. Körperliche Aktivität wirkt sich dadurch vorbeugend auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Osteoporose, Krebserkrankungen etc. aus.

Kernziel 4
Bewältigung von Beschwerden und Missbefinden
Gesundheitssportliche Aktivitäten können zum Beispiel über die Verbesserung der Muskelkraft dabei helfen, bestimmte gesundheitliche Probleme wie z. B. Rückenschmerzen zu bewältigen. Die Stimmungsverbesserung bei und nach entsprechend gestalteter sportlicher Aktivität kann zudem zu einer Verbesserung des Wohlbefindens und zu einer positiveren Bewertung des eigenen Gesundheitszustandes führen.

Kernziel 5
Aufbau von Bindung an gesundheitssportliche Aktivität
Bindung bedeutet die regelmäßige Teilnahme am Gesundheitssport. Darüber hinaus führt regelmäßige sportliche Aktivität zu vielfältigen direkten gesundheitswirksamen Anpassungen des gesamten Lebensstils (Ernährung, Entspannung, Freizeitaktivitäten, etc.). Langfristiges Dabeibleiben ist deshalb eine zentrale Zielsetzung gesundheitssportlicher Aktivitäten im Sinne der Herausbildung eines gesunden Lebensstils.

Kernziel 6
Verbesserung der Bewegungsverhältnisse
Eine bewegungsbezogene Gesundheitsförderung muss auch die Lebensverhältnisse, insbesondere die Bewegungsmöglichkeiten der Bevölkerung berücksichtigen. Profilierte Gesundheitssportangebote, qualifizierte Übungsleiterinnen und Übungsleiter, adäquate Räumlichkeiten und Geräte, kommunale Vernetzungen und Kooperationen sowie eine Qualitätssicherung in Bezug auf die Maßnahmen sind hier zielführend.


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Qualitätskriterien

Damit ein Kurs das Qualitätssiegel vom Landessportbund oder einem Fachverband erhält, muss er die folgenden sechs Kriterien erfüllen:

Qualitätskriterium 1
Standardisierte Programme
Es muss deutlich werden, dass die Gesundheitsprogramme
ein eigenständiger Angebotsbereich für bestimmte Zielgruppen, Zielsetzungen und Inhaltsbereiche sind. Die
Kernziele des Gesundheitssports sollten durchgängig
durch Inhalte und Methoden in den Kursen umgesetzt
werden. Deshalb basieren alle Kurse auf dem evaluierten
Programm SPORT PRO GESUNDHEIT oder auf im
Rahmen von SPORT PRO GESUNDHEIT anerkannten
standardisierten Programmen. Diesen Programmen liegen
Kursmanuale sowie Teilnehmermaterialien zugrunde. Die
Übungsleiterinnen / Übungsleiter werden in die
Programme eingeführt.

Angebotsprofil
Das Angebot muss einem der Bereiche „Herz-Kreislauf“,
„Muskel-Skelettsystem“, „Entspannung / Stressbewältigung“
oder „Allgemeiner Präventionssport“ zugeordnet
werden können.

Zielgruppe
Die Zielgruppe, an die sich das Angebot schwerpunktmäßig
richtet, ist zu benennen. Insbesondere muss zwischen
Kindern und Jugendlichen, Erwachsenen sowie älteren
Menschen differenziert werden. Weiterhin sollten das
Geschlecht, die Bewegungsbiografie und das
Lebensumfeld berücksichtigt werden.


Qualitätskriterium 2
Übungsleiterausbildung „Sport in der Prävention“
Die Übungsleiterinnen / Übungsleiter, die
Gesundheitssportprogramme im Verein umsetzen, sind
wesentliche Garanten für die Qualität dieser Programme.
Die Ausbildungsrichtlinien des Deutschen Olympischen
Sportbundes bilden die erforderliche Grundlage zur
Qualifikation von Leiterinnen und Leitern gesundheitsorientierter Sportangebote. Die Leiterin / der Leiter eines Gesundheitssportangebotes verfügt über die Übungsleiterausbildung „Sport in der Prävention“ auf der 2.
Lizenzstufe. Verantwortlich umgesetzt werden die diesbezüglichen Aus- und Fortbildungen in den Landessportbünden und den Sportverbänden. Die Ausbildung gliedert sich in eine Basisausbildung (mind.120 UE) und in darauf aufbauende Profilbildungen (mind. 60 UE). Die Ausbildungsprofile können mindestens einem der
Bereiche „Herz-Kreislauf“, „Muskel-Skelettsystem“,
„Entspannung / Stressbewältigung“ oder „Allgemeiner
Präventionssport“ bzw. einer der Zielgruppen „Kinder
und Jugendliche“, „Erwachsene“ oder „ältere Menschen“
zugeordnet werden. Mit dem Erwerb der Lizenz ist der
Ausbildungsprozess nicht abgeschlossen. Durch regel-mäßige Fortbildungen (mind. 15 UE innerhalb von 4
Jahren) sollen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten
ver tieft und der Informationsstand der Übungsleiterinnen /
Übungsleiter aktualisiert werden.

Übereinstimmung von Angebots- und Ausbildungsprofil
Für die spezifischen Angebotsprofile sind jeweils passende
Ausbildungsprofile erforderlich.

Höherwertige bewegungs- und sportbezogene
Berufsausbildungen
Alternativ zur Übungsleiterausbildung „Sport in der
Prävention“ auf der 2. Lizenzstufe verfügt die Leiterin /
der Leiter über eine höherwertige bewegungs- und sportbezogene
Berufsausbildung. Diese muss mindestens
einer der nachfolgend genannten Qualifikationen entsprechen:
€¢ Sportwissenschaftler mit nachweislich gesundheitsorientierter
Ausrichtung
€¢ Sport- u. Gymnastiklehrer/in mit nachweislich gesundheitsorientierter
Ausrichtung
€¢ Physiotherapeut/in bzw. Krankengymnast/in mit
Zusatzqualifikation in der Methodik des Sports
€¢ Ergotherapeut oder Motopäde mit Zusatzqualifikation in
der Methodik des Sports.


Qualitätskriterium 3
Teilnehmerzahl
Die Gruppengröße ist auf maximal 15 Teilnehmer je
Angebot begrenzt. Damit wird eine individuelle Betreuung
der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewährleistet.

Rhythmus und Dauer der Angebote
Nachhaltige Verhaltensänderungen im Sinne einer
lebensbegleitenden Stärkung der Gesundheit sind nur
langfristig zu erreichen. Deshalb ist es besonders wichtig,
dass das entwickelte Bedürfnis nach Bewegung
gepflegt wird. Ziel ist es, die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer möglichst dauerhaft an Bewegungsangebote
zu binden. Besonders gut kann dies über ein
Kursangebot im Rahmen eines Dauerangebots realisiert
werden. Ein Kursangebot dauert mindestens 10 und
maximal 15 Unterrichtsstunden und umfasst mindestens
eine Unterrichtsstunde wöchentlich.


Qualitätskriterium 4
Gesundheitsvorsorgeuntersuchung
Vor der Teilnahme an einem Sportprogramm wird eine
Gesundheitsvorsorgeuntersuchung angeraten:
Allen Teilnehmern ab dem 18. Lebensjahr wird vor der
Aufnahme des Angebotes ein PAR-Q Test1 empfohlen, bei
Teilnehmern ab dem 35. Lebensjahr sollte generell eine
Gesundheitsvorsorgeuntersuchung nach § 25 (1) SGB V
erfolgen. In begründeten Fällen oder bei krankhaften
Befunden sollte eine darüber hinausgehende
Untersuchung in Abstimmung mit dem Hausarzt vorgenommen werden. Für Kinder und Jugendliche bis zum 17. Lebensjahr gilt: bei Kindern, die vom Schulsport ausgeschlossen sind oder waren, sollte vor der Aufnahme des Angebotes eine Rücksprache mit dem Hausarzt oder
ggf. eine Jugenduntersuchung erfolgen.

Ärztliche Bescheinigung und Teilnehmerausschluss aus
gesundheitlichen Gründen
In begründeten Fällen kann von den Teilnehmern eine ärztliche Bescheinigung gefordert werden. Aus gesundheitlichen Gründen können Personen ggf. von der Teilnahme ausgeschlossen werden. Dies betrifft  insbesondere gefährdet erscheinende Teilnehmer, die keine Unbedenklichkeitsbescheinigung
durch den Arzt vorlegen können.


Qualitätskriterium 5
Die Sportorganisationen arbeiten auf der Grundlage
empirisch abgesicherter Zusammenhänge zwischen
Bewegungsaktivitäten und Gesundheitsbefinden. Zahlreiche
Evaluationsstudien belegen die Wirksamkeit gesundheitsorientierter Bewegungsprogramme hinsichtlich der Erreichung ihrer Kernziele. Ein begleitendes Qualitätsmanagement hat insbesondere die Aufgabe, sicherzustellen, dass Gesundheitssportprogramme ihre formulierten Ziele erreichen. Dazu müssen die Qualitätskriterien konsequent umgesetzt werden. Die Betreuung der Übungsleiterinnen / der Übungsleiter und der Vereine in diesem Bereich erfolgt über die Verbände mit Unterstützung des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Qualitätszirkel und weitere Maßnahmen im Rahmen
eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses
Wesentliche Voraussetzung für ein begleitendes
Qualitätsmanagement ist die Bereitschaft der Übungsleiterin / des Übungsleiters zur Teilnahme an regionalen Qualitätszirkeln und an weiteren Maßnahmen im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses wie z.B. Teilnehmerbefragungen, Begleituntersuchungen oder Qualitätsbewertungen (Audits).



Qualitätskriterium 6
Kooperation und Vernetzung
Auf Verbandsebene sind die Voraussetzungen geschaffen,
um z.B. mit ärztlichen Standesorganisationen - insbesondere den Bundes- und Landesärztekammern - oder verschiedenen Versicherungsträgern zu kooperieren. Auf der örtlichen Ebene geht es vor allem darum, die entsprechenden Zielgruppen zu erreichen und über die
Zusammenarbeit mit Partnern im Gesundheitsbereich Teil
eines Netzwerkes „Gesundheitsförderung“ zu werden.
Der Verein sollte daher bereit sein, z.B. mit Ärzten,
Schulen, Kindergärten, Seniorenorganisationen,
Gesundheitsämtern, Krankenkassen und Krankenhäusern
zu kooperieren. Besonders die Zusammenarbeit mit
niedergelassenen Ärzten wird empfohlen. Die Angebote
sollten entsprechend in der Ärzteschaft bekannt gemacht
werden. Durch die Zusammenarbeit mit dem Arzt hat der
Verein die Möglichkeit, neue Zielgruppen zu gewinnen
und findet darüber hinaus in ihm einen kompetenten
Ansprechpartner für alle fachlichen Fragen - angefangen
von der Gesundheitsvorsorgeuntersuchung bis hin zur
Teilnahme an Informationsveranstaltungen zum Thema
„Sport und Gesundheit“.

Beschreibung der „Lebenswelt“ (Setting), in dem das
Angebot stattfindet
Es sollte ersichtlich sein, in welcher „Lebenswelt“
(Setting) das Gesundheitssportangebot stattfindet.
Denkbare Settings sind Sportvereine, Kindergärten,
Schulen, Betriebe und Senioreneinrichtungen.
Bereitschaft zur gesundheitsorientierten
Weiterentwicklung des Vereins
Der Sportverein sollte eine aktive Rolle bei der Schaffung
eines gesundheitsorientierten Umfeldes für die angebotenen Sportprogramme spielen. Eine wesentliche
Voraussetzung hierfür ist die grundsätzliche Bereitschaft
zur gesundheitsorientierten Weiterentwicklung des
Vereins. Dies schließt insbesondere eine Unterstützung
der Übungsleiterinnen / der Übungsleiter vor Ort und eine
Vernetzung der Gesundheitssportprogramme auf allen
Ebenen mit ein.


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