Förderung des Sportbetriebs der Vereine durch den Freistaat Bayern

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Einfacher – schneller – gerechter !

Reformierte Sportförderrichtlinien sichern Zukunft der Sportvereine
Ab 150 000.- Euro Fördervolumen punkten nun Qualitätsmerkmale
Endbewertung neu nach Abschluß der Baumaßnahme


„Einfacher – schneller – gerechter !“, so das Ziel des BLSV bei der Überarbeitung und Neugestaltung von Sportförderrichtlinien im Sportstättenbau. Der Umfang der zur Verfügung stehenden Mittel bestimmte bisher die schwer vorhersehbare Wartezeit für Fördermittel bei Bau- und Renovierungsmaßnahmen von Sportstätten. Dies stellte in der Vergangenheit eine oft schlecht einzuschätzende finanzielle Situation für unsere Vereine dar.  Die erfreuliche Aufstockung der Fördermittel durch den Staat, sowie eine nun im Entwurf vorliegende Umgestaltung der Verteilung finanzieller Unterstützung unserer Sportvereine, wird nun nicht nur die Wartezeiten verkürzen, sondern eine gerechtere und effizientere Verteilung der Zuschüsse erzielen. Der BLSV Bezirk lud deshalb zur Vorstellung eines Entwurfes zur Neugestaltung am 11.10.12 ins Arvena Parkhotel nach Nürnberg und über 100 Teilnehmer zeigten außergewöhnlich großes Interesse, denn jetzt kann jeder noch mitgestalten. Der Entwurf wird in der Veranstaltungsreihe BLSV direkt spezial bis 1.12. 12 durch insgesamt 17 Stationen in den Bezirken ziehen und dabei Ideen und Verbesserungen aus den Vereinen entgegennehmen. Nürnberg war erste Station.

BLSV-Präsident Günther Lommer, sowie Ministerialrat Matthias Lorenz aus dem Kultusministerium gaben persönlich in der Begrüßung erste Einblicke und erklärten den Sinn der aus ihrer Sicht auch dringend notwendigen Reformen. Dabei bezeichnete Präsident Lommer die Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium „auf dem langen Weg zum Ziel“ als optimal und höchst kooperativ. Er hob dabei auch im Besonderen die engagierte Arbeit von Vizepräsident Jörg Ammon und Markus Ott vom BLSV-Referat Sportstättenförderung/ Staatsmittel hervor. Die Vorschläge des BLSV wurden dabei im Kultusministerium aufgrund hoher Kompetenz  in der Ausarbeitung sehr positiv aufgenommen. Dadurch hätte auch das Image des BLSV bei der Regierung hinzugewonnen. Zusammen mit der Aufstockung der staatlichen Gesamtförderung auf voraussichtliche 8 Millionen, die nach Präsident Lommer für die Zukunft „noch nicht das Ende der Verhandlungen sein sollen“, hofft man nun auf eine zukünftig beschleunigtere Abwicklung der Sportstättenförderung, vor allem auch bei der Renovierung, die in vielen Fällen durch zu lange Wartezeiten die Fortentwicklung von Sportvereinen ausgebremst hat. Durch die Bewertung nun nach Abschluß der Baumaßnahme, können nicht genutzte Mittel gerecht verteilt an anderer Stelle weiter verwendet werden.

Begrüßt wurden auch der Leiter des SportService Nürnberg, Jürgen Thielemann , Vorstandsmitglieder des BLSV-Sportkreises Nürnberg unter Leitung von Kreisvorsitzendem Herbert Dötschel, sowie zahlreiche Bezirks-Vorstände des BLSV und die Bürgermeisterin von Oberasbach Frau Huber.

Bei der Analyse sämtlicher zurückliegender Anträge stellte man fest, dass bemessen an einer Kleinantraggrenze von 150 000.- Euro, rund 75 % der Anträge unserer Sportvereine in diese Kategorie fallen. Durch eine schnellere Bearbeitung dieser Fälle mit voraussichtlich maximal 1 Jahr Wartezeit und zeitnaher Auszahlung der Förderung, sah man eine Chance die Gesamt-Bearbeitungsdauer aller Anträge verkürzen zu können.  Die sogenannten Kleinanträge laufen also in einem beschleunigten Verfahren durch und verkürzen so die in der Vergangenheit bei teilweise bis zu ca. 5 Jahren liegende voraussichtliche Wartezeit für alle Anträge, die von Vereinen stets beklagt wurde. Die Bagatellgrenze wird gleichzeitig auf 10 000.- Euro erhöht.

Für den sogenannten Regelantrag ab 150 000.- Euro, der zwingend nur über die Erfüllung eines Kriterienkataloges läuft und damit an die Qualität des Sportvereins gekoppelt wird, verkürzt sich die Bearbeitungszeit dann voraussichtlich auch automatisch. Nach wie vor hat Bestandssicherung Priorität vor Neubau. Dabei bedeutet Bestandssicherung auch den Abriss und gleichwertige Neuerstellung. Die Effizienz der Sportförderung wird durch die Umgestaltung des Maßnahmenkataloges mit ggf. Beratungspflicht, erheblich verbessert sein. Dabei sind bei Regelanträgen zukünftig die Erfüllung zweier Kriterien – Nachhaltigkeit und Sportentwicklung – zwingend notwendig. Der Fördersatz bei Kleinanträgen beträgt nominal 20 %, bei Regelanträgen 30 %, wenn man dabei in Betracht zieht, dass zwischenzeitlich aufgrund günstigster Zinslage von 85% der Vereine die zusätzliche Darlehensmöglichkeit nicht mehr abgerufen wird.  Der Entwurf des Kriterienkataloges für Regelanträge steht demnächst über die Internetseiten des BLSV-Bezirks zur Einsicht zur Verfügung. Verbesserungsvorschläge werden bis 1.12. 12 dort gerne entgegengenommen.

„Das Kriterienraster bei Anträgen über 150 000.- Euro wurde dabei genau bedacht“, so der BLSV-Bezirksvorsitzende und Vizepräsident für Finanzen in München, Jörg Ammon. Es wird 7 Qualitätsmerkmale geben, die Vereine für eine Sportförderung bei Regelanträgen über 150 000.- Euro angehen müssen. Je früher umso besser. D.h. Vereine mit größeren Baumaßnahmen in der Zukunft können sich bereits jetzt in ihrer Qualitätsentwicklung daran orientieren und so den Grundstock für eine zukunftsorientierte Sicherung ihres Bestandes und ihrer Existenz legen. Dabei kann jeder Verein z.B. mit Fusionen, KISS, energetischen Sparmaßnahmen, Gesundheitssport-Siegeln u.v.a. für zukünftig geplante Bau- und Renovierungsmaßnahmen „punkten“.

Absolut notwendig in der Zukunft wird die schriftliche Baufreigabe des BLSV sein. Damit ist ein vorzeitiger Baubeginn ohne vorherige Absprache und Freigabe durch den BLSV nicht mehr möglich. Die Förderung würde sofort erlöschen. Auch das eine Neuerung des Verfahrens.

Für die Arbeit beim BLSV bedeutet das nach Einreichung der Anträge nun eine getrennte Bearbeitung von Kleinantrag und Regelantrag. Die Rangfolge im Regelantrag über 150 000.- Euro wird mit durch den Kriterienkatalog bestimmt. Nicht mehr „wer zuerst kommt, schöpft zuerst ab“, sondern auch die dringende Notwendigkeit wird entscheiden. Ein Wechsel vom Kleinantrag zum Regelantrag und umgekehrt ist während der Bearbeitungszeit nicht möglich. D.h. Vereine müssen sich vor Einreichung entscheiden, welchen Weg sie vor allem im Grenzfall gehen möchten. Im Falle des Kleinantrages ist die Förderung schneller zu erwarten. Dies sollte in die Überlegungen mit eingehen.

Im Zuge der Umgestaltung der Sportförderrichtlinien wird die Beratung der Sportvereine intensiviert. Beratungstage, Referate, Infomappen und eine neue Auflage der Sportförderrichtlinien unterstützen die Arbeit der Verantwortlichen in den Sportvereinen. Die Kreisvorsitzenden und das Referat für Sportstättenbau stehen in der Findung von Lösungen weiter mit zur Verfügung. Sie bleiben auch Entscheidungsträger bei der Antragseinreichung. Altfall- und Übergangsregelungen werden die bestehenden Anträge begleiten. Nicht zuletzt sichert die nun geplante gerechtere und einfachere Sportstättenförderung im Endeffekt damit gezielt, übersichtlicher und gesteuert die Zukunft unserer Sportvereine. Was letztendlich bedeutet, dass Qualität und dringender Bedarf durch Mitgliederzuwachs vorrangig gefördert werden und damit letztendlich die zur Verfügung gestellten Staatsmittel bedarfsgerecht und mit größerer Verteilungsgerechtigkeit in Bau- und Renovierungsvorhaben unserer Sportvereine einfließen. Der BLSV betonte, dass es ihm keinesfalls daran läge, bei den neuen Förderrichtlinien eine hohe Ausschußquote zu erreichen oder einzelne zu benachteiligen. Eine Musterbewertung zeigte auf, dass auch kleine Vereine die neuen Kriterien durchaus erfüllen können.

Uschi Friedmann
BLSV Kreis Nürnberg