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Neu Wege gehen - Gemeinsam verwalten?

Verwaltungsgemeinschaften in Sportvereinen und wie man das angehen könnte, war das Thema des 6. Nürnberger Sporttreffs am 6. Mai, das vom SportService Nürnberg initiiert Probleme zu verschiedenen Themen in Sportvereinen erörtern soll. Gastgeber war die DJK Berufsfeuerwehr Concordia mit Vorsitzendem und BLSV-Vorstandsmitglied Robert Seel, der aus seiner Erfahrung zur Verwaltungsgemeinschaft interessante Aspekte zu berichten wusste. Denn im Nürnberger Nordosten plant und diskutiert man seit langem eine Verwaltungsgemeinschaft von angedachten fünf Vereinen, sozusagen als „Vorstufe“ einer eventuellen Fusion.

Der Weg ist auch da steinig und holprig. Robert Seel bedient inzwischen zahlreiche Anfragen, Beratungsgespräche. Seine Erfahrungen nimmt er aus den vorbereitenden Gesprächen der fünf Nordost-Vereine, mit ihm ASV Buchenbühl, TUSPO Nürnberg, ASN Pfeil und HGN Nürnberg, die mit je ca. 500 Mitgliedern insgesamt einen zahlenmäßig starken neuen Sportverein ergäben, der sich blitzartig in den vorderen Rang der Nürnberger „Großvereine" schieben könnte.

Im Moment laufen auch bei anderen Vereinen in Nachbarschaften Sportangebote doppelt, parallel und in unmittelbarer Nähe in Konkurrenz zueinander. Dies ließe sich an vielen Orten rationalisieren. Mit dem Vorteil nicht nur Mitglieder zu fokusieren, sondern auch Verwaltungsaufwand einzusparen. Durch Verwaltungsgemeinschaften und letztlich Fusionen wird dies möglich. Der Zeitbedarf einer Verwaltungskraft bei Concordia wird mit ca. 3 Stunden / Woche benannt. Das umfasst momentan die Verwaltung von ca. 900 Mitgliedern, die bereits erfasst sind. Die anderen Nachbarvereine überlegen noch.

Der SportService Nürnberg mit Thomas Schneider als Referenten zeigte auf, dass die Kennzahlenfeststellung deutliche finanzielle Nöte in den Nürnberger Sportvereinen erkennen lässt. Häufig scheint die Existenz in Gefahr und Handlungsbedarf notwendig. Verwaltungsgemeinschaften wären ein erster Weg, finanziell einzusparen. Dabei wurde auf dieser Veranstaltung auch die Frage an den SportService herangetragen, solche Verwaltungshilfen als Büro zentral von dort aus anzubieten. Dies wird aber durch unterschiedliche Verwaltungsprogramme in den Vereinen und den Datenschutz ein schwieriges Unterfangen. Vereine müssten dann für diese Dienstleistung des SportService entsprechend ihrer Größe bezahlen.  Trotz der diskutierten Hürden will man die Idee noch mal andenken.

Robert Seel zeigte auf, dass bei Verwaltungsgemeinschaften durchaus Beitragsstrukturen der einzelnen Partner erhalten bleiben können. Sinnvoll wäre es jedoch, sich in der Satzung zumindest anzugleichen. Verwaltungsgemeinschaften sind – so sinnvoll sie auch sind – trotzdem schwierig umzusetzen. Vor allem der Datenschutz beim Austausch von Mitgliederkennzahlen in der Verwaltung stellt ein großes Problem dar. Nach Auskunft beim BLSV in München sei es jedoch auf jeden Fall „machbar“. Ein Büro für mehrere Vereine setzt auch gleiches Verwaltungsprogramm voraus. Auch das ließe sich angleichen. Laut Vorstand Concordia sind für 1000 Mitglieder pro Monat ca. 200.- Euro reine personelle Verwaltungskosten anzusetzen. So die Schätzung aus deren Erfahrung.

Der kurze Austausch zu Mitgliederverwaltungsprogrammen ließ den Wunsch nach mehr Information auch zu diesem Thema aufkommen. Auch hierüber wird man nachdenken. Dabei könnte man ohne Empfehlungen die Vorteile und Nachteile der einzelnen Mitgliederprogramme aufzeigen. Vereine können dann selbst ihren Bedürfnissen entsprechend auswählen. Mitgliederverwaltungsprogramme leisten inzwischen umfangreiche Hilfe und ersparen Ehren- und Hauptamtlichen sehr viel Zeit. Es fehlt auch da leider mehr Information, was man aber nachholen möchte. Von den ca. 30 anwesenden Vereinsvertretern ist nur ein kleiner Teil schon dementsprechend ausgerüstet gewesen.

Uschi Friedmann
BLSV-Kreis Nürnberg