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Kampf für einen guten Zweck!

Kampfkunst für Menschen mit Handicap im BUNI Nürnberg, ein kostenloses Trainingsangebot von ZANCHIN Kampfkunst e.V.

Über fünfzig Kampfkunst-Begeisterte kamen am 3. November zum diesjährigen Kampfkunst-Benefiz-Seminar des ZANCHIN Kampfkunst e.V., der mit den Spendenerlösen dieser Veranstaltung im kommenden Jahr wieder gebührenfreies Kampfkunst-Training für Menschen mit Handicap anbieten kann. Kampfsportlerinnen und Kampfsportler aber auch Neugierige „kämpften“ sich in der Sporthalle der Preißlerschule durch die unterschiedlichsten Workshops, die von Spitzenreferenten aus ganz Franken geleitet wurden:

Walther Häußler, Taichi-Lehrer aus Würzburg, vermittelte in der Taichi-Gruppe in Form von Partnerübungen, wie uns kaum sichtbare subtile Körperreaktionen beeinflussen und erklärte Möglichkeiten, wie wir dies nutzen können. Behutsam wurde der Bereich zwischen Handeln und Nichthandeln erforscht. Im zweiten Teil seines Taichi-Angebots stellte Walther Häußler Übungsmuster aus dem Push-Hands-Übungssystem von Meister Huang vor, die er bei Patrick Kelly und Wee Kee Jin kennen lernte.

Wilfried Harloff, Kampfkunstkoryphäe aus Ansbach, ließ im Escrima-Workshop die Rattan-Stöcke tanzen und wirbeln. Aber auch waffenlose Übungsformen wurden praktiziert, denn die mit den Stöcken erlernten Bewegungsprinzipien lassen sich auch „nur“ mit Armen bzw. Händen anwenden. Beim Ju-Jitsu, der waffenlosen Selbstverteidigungskunst aus Japan, zeigte Wilfried Harloff den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wie unterschiedliche Schlag-, Tritt-, Wurf- und Hebeltechniken effizient zur Verteidigung einzusetzen sind.

Björn Hommert aus Erlangen leitete das Iaido-Training. Die Kunst, das japanische Schwert korrekt zu ziehen und zu führen, verlangt von den Übenden ein hohes Maß an Konzentration und körperliches Geschick. Wer kein Übungsschwert besaß, konnte sich ein japanisches Bokken, ein Holzübungsschwert, ausleihen. Nicht nur Solo- und Partnerübungen mit dem Schwert werden im Iaido praktiziert, sondern man erlernt zudem die Trainingsetikette, wie das An- und Abgrüßen des Schwertes oder die korrekte höfliche Verbeugung gegenüber seinem jeweiligen Übungspartner und dem Lehrer.

Andreas Fuchs, Leiter und Gründer der Kampfkunstschule Schwert und Bogen, aus Schnaittach unterwies in Europäischer Schwertkunst. Hier war von den unterschiedlichen „Huten“, den Grundstellungen im mittelalterlichen Schwertfechten, und von sogenannten „Meisterhauen“ zu hören. Auch in diesem Workshop wurde mit Holzschwertern geübt, die in ihrer Form mittelalterlichen Schwertern nachgebildet sind. Spannung kam auf, als die Schwertkämpfer Michael und Inge von der Schwertkampfschule einen Freikampf mit speziellen Fechtfedern in Schutzausrüstung zum Besten boten. Hier konnte man sehen, dass nicht zwangsläufig der körperlich größere und kräftigere Kontrahent überlegen sein muss .

Annette Maul aus Nürnberg, Vereinsvorsitzende von ZANCHIN Kampfkunst e.V., schloss den Reigen der Schwertkünste mit Einblicken in die Chinesische Schwertkunst, die sich von der japanischen und europäi-schen Schwertkunst dadurch unterscheidet, dass das zierlichere chinesische Schwert nur mit einer Hand geführt wird – wodurch sich andere Bewegungen bzw. Taktiken ergeben. Zudem wurde geübt, das chinesische Schwert mit „links“ zu führen – nicht nur zur Erholung des rechten Arms, sondern auch zur Verbesserung der koordinativen Fähigkeiten

ZANCHIN Kampfkunst e.V. freut sich schon auf das nächste (6.) Kampfkunst-Benefiz-Seminar, das im November 2013 stattfinden soll. Es ist jedes Mal ein schönes Event mit Freunden und Interessierten, mit Gesprächen, Austausch und vielfältigen Anregungen.

Annette Maul