Aktuell/Berichte

Mit dem Vereinscockpit in die digitale Zukunft

Kreistag mit hohem Informationswert

Das Jahr 2016 ist ein Jahr der Neuausrichtung für den Bayerischen Landessportverband ( BLSV). Dies wurde 57 Vereinsvertretern aus 25 Vereinen beim Kreistag des Sportkreises Nürnberg am 2. Mai deutlich. Gastgeber TSV Altenfurt stellte das entsprechende Podium zur Verfügung.

Ziel ist aktuell unter anderem, einen neuen Verteilerschlüssel zur Finanzierung des Sports in Bayern auf den Weg zu bringen. Und damit Transparenz und Gleichstellung entsprechend aktueller Entwicklungen für alle Verbände herbeizuführen. Das Altsystem der Eigenmittelverteilung ist drei Jahrzehnte alt und bedurfte einer Wiederherstellung der Gleichberechtigung.
Vizepräsident Finanzen in München, Jörg Ammon, schilderte sehr ausführlich die Wege zu gerechterer Verteilung. Bei der Erstellung des Neusystems wurde der BLSV wissenschaftlich von Prof. Dr. Lutz Thieme beraten. Eine 10-jährige Übergangsphase ergibt für den BFV (Bayerischer Fußball Verband) eine abschmelzende Solidarleistung bis 2026. Der BLSV gibt pro Jahr 5,4 Millionen Euro an Sportfachverbände für deren Arbeit im Sport weiter. Jahrzehntelang wurden diese Gelder nach einem System verteilt, das vor allem zum Ziel hatte, in Solidarität mit kleineren Sportfachverbänden deren Fortbestand zu sichern. Um eine rechtssichere und zukunftsfähige Lösung für alle Beteiligten herbeizuführen, muß aufgrund der beträchtlichen Mittelverteilung das oberste Verbandsgremium das neue System beschließen. Hierzu müssen ab 2021 auch Sportverbände austreten, die weniger als 4000 Mitglieder haben. Dies führt nun bereits zu Zusammenschlüssen sportähnlicher Verbände.
Am 26. November wird es daher einen außerordentlichen BLSV-Verbandstag in München geben. Im Vorfeld fanden hierzu im Frühjahr in ganz Bayern Kreistage statt, wo die erforderlichen Delegierten gewählt wurden.

Der außerordentliche Kreistag des Kreises Nürnberg hatte dabei aber auch den Zweck darüber hinaus zu informieren. Jörg Ammon nahm aus der Spitze des Verbandes die Gelegenheit wahr, über Veränderungen im Verband zu informieren. Der BLSV stellt sich für seine Mitglieder neu auf. Viele Prozesse werden moderner. Damit soll der Service für mehr als 12000 BLSV Mitgliedsvereine in Bayern noch besser werden. Jörg Ammon informierte umfassend über die bereits bestehenden Service-Leistungen wie Klimacheck, Sportcamps, die digitale Ausbildung, Bayerische Sportstiftung, FSJ im Sport und weitere Angebote eines Dienstleisters im Sport. Er animierte die Vereinsvertreter, dies alles zu nutzen. Der BLSV bietet insgesamt 150 Produkte im Servicebereich, auch Rechtsberatung.

Ein Imagefilm zeigte beeindruckend den aktuellen Stand der Angebote für alle Vereine. Zusätzlich wird in eine neue IT-Architektur und eine zentrale Plattform investiert. Diese Plattform, das sogenannte „Vereinscockpit“, soll die regionale Vernetzung in allen bayerischen Sportkreisen vorantreiben, um die Vereine vorort noch besser unterstützen zu können und besseren Informationsaustausch untereinander zu ermöglichen.

Nach der Wahl von 25 Delegierten und Ersatzdelegierten für einen bevorstehenden außerordentlichen Bezirkstag und der Wahl der vier Delegierten und drei Ersatzdelegierten für den außerordentlichen Verbandstag in München, kam in einem der letzten TOPs das wichtige Thema „Führungszeugnisse im Sportverein“ noch zur Sprache. Der Informationsbedarf schien hier in den Vereinen gegeben. Referentin Gerda Steinkirchner vom Jugendamt der Stadt Nürnberg referierte hierzu alle Facetten dieser inzwischen im Jugendbereich notwendigen Regelung.

Polizeiliche Führungszeugnisse werden für die Betreuung im Kinder- und Jugendbereich in Sportvereinen zwischenzeitlich dringend empfohlen. Der Verein führt nach Einsicht der Zeugnisse eine Liste. Die Zeugnisse dürfen nicht kopiert und einbehalten werden. Sie sind alle 5 Jahre neu vorzulegen. Der Betreuer und Ehrenamtliche beantragt das Zeugnis beim Einwohnermeldeamt. Mit Befürwortung des Sportvereins wird es dabei für den Antragsteller kostenfrei. Inzwischen verlangen einige Nürnberger Sportvereine dieses Zeugnis für den Einsatz ihrer Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen im Kinder- und Jugendbereich bereits verpflichtend und stellen damit ein weiteres Qualitätsmerkmal. Das Ziel ist aktiver Kinderschutz, aber auch Schutz der Ehrenamtlichen. Um zu vermeiden, dass Sexualtäter ins Ehrenamt bei Sportvereinen flüchten, appelliert das Jugendamt an alle Vereinsvertreter sich entsprechend auszurüsten und auf kommende Regelungen einzustellen. Demnächst wird vom Jugendamt ein Vereinbarungsbogen verschickt. Nach kurzer Diskussion der Problematik des Themas, das sich nicht ohne wenn und aber gestaltete, ging der Kreistag mit hohem Informationswert zu Ende.

Uschi Friedmann
BLSV Kreis Nürnberg

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