1. Für welche Vereine ist KiSS geeignet?

Die Trägerschaft einer KiSS kann ausschließlich von Mehrspartenvereinen oder einem Zusammenschluss mehrerer Sportvereine, die Mitglied im Bayerischen Landes-Sportverband sind, übernommen werden. Sonstige Träger privater oder kommerzieller Art können keine Kindersportschule betreiben.

Besonders geeignet ist das KiSS-Konzept für Großsportvereine. Jedoch können auch kleine und mittelgroße Vereine eine Kindersportschule in ihr Sportprogramm integrieren.

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2. Welche Rahmenbedingungen müssen im Verein gegeben sein?

Um eine KiSS im Verein gründen zu können, müssen folgende Rahmenbedingungen erfüllt sein:

  • Der Verein muss Mitgliedsverein des BLSV sein.
  • Der Verein muss ein Mehrspartenverein sein oder mit weiteren Vereinen kooperieren.
  • Der Verein muss über ausreichend Hallenkapazitäten – entweder vereinseigene Sportstätten oder Nutzungszeiten in kommunalen / schulischen Sportstätten – verfügen (für mindestens vier KiSS-Gruppen in den unterschiedlichen Ausbildungsstufen).
  • Der Verein bzw. die Hallen, die dem Verein zur Nutzung zur Verfügung stehen, müssen über eine elementare Sportgeräteausstattung verfügen.
  • Der Verein muss mindestens mit 20 Stunden pro Woche einen qualifizierten Sportlehrer (siehe 4.) auf hauptamtlicher Basis beschäftigen.

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3. Welche Qualitätskriterien liegen einer KiSS zugrunde?

Eine KiSS zeichnet sich durch folgende Qualitätskriterien aus:

  • Qualifizierte KiSS-Leiter und -Lehrkräfte:
    Sowohl die KiSS-Leitung wie auch alle in der KiSS tätigen Lehrkräfte haben eine qualifizierte Ausbildung (siehe 4.)
  • Hauptamtliche KiSS-Leitung:
    Anstellung mit mindestens 20h pro Woche
  • Sportliches Angebot für Kinder ab 2 bzw. 3 Jahre
  • 3-5 aufeinander aufbauende Ausbildungsstufen
    1. Stufe: ab dem 2. Lebensjahr (als Eltern-Kind-Angebot möglich)
    2. Stufe: Vorschulalter im Kindergarten, 5. und 6. Lebensjahr
    3. Stufe: 1. und 2. Grundschulklasse, 7. und 8. Lebensjahr
    4. Stufe: 3. und 4. Grundschulklasse, 9. und 10. Lebensjahr
  • Maximal zwei Jahrgänge pro Ausbildungsstufe zusammengefasst
  • Zweimaliges Training pro Woche (ab der 2. Ausbildungsstufe)
  • Optimale Gruppengröße mit maximal 15 Kindern
  • Unterricht nach einheitlichem „Rahmenlehrplan Kindersportschule“ (siehe 14.)
  • Optionale Zusatzangebote
    Sportkurse, Ferienangebote, Medizinische Begleitung etc.

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4. Welche Qualifikation müssen KiSS-Leiter sowie KiSS-Lehrkräfte vorweisen?

Im Bereich der Qualitätsstandards für KiSS-Leiter und -Lehrkräfte wird im Anforderungsprofil zwischen der KiSS-Leitung und den im KiSS-Unterricht eingesetzten Lehrpersonal unterschieden.

Eine Übersicht über die geforderten Qualifikationen gibt es hier.


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5. Was muss ein Verein tun, um die Anerkennung einer KiSS und damit das KiSS-Qualitätssiegel zu erhalten?

Um die Anerkennung einer Kindersportschule zu erhalten, muss der Verein folgende Unterlagen bei der Projektstelle KiSS-Bayern zur Prüfung vorlegen:

  • Antrag auf Anerkennung zur KiSS-Bayern
  • Antrag auf Anschubfinanzierung
  • (Einstimmiger) Beschluss des Vereinsvorstandes zur Gründung einer KiSS
  • Vereinskonzept der Kindersportschule
  • Inhaltlicher Jahreslehrplan mit Stundenschwerpunkten pro Woche für alle Ausbildungsstufen
  • Finanzplan bzw. -aufstellung
  • Kopie des Anstellungsvertrags der KiSS-Leitung
  • Kopie des Abschlusszeugnisses / der Qualifikationsnachweise der KiSS-Leitung und eventueller weiterer eingesetzter Lehrkräfte

Nach erfolgreicher Prüfung durch die Projektstelle KiSS-Bayern wird die Kindersportschule des Vereins offiziell als „KiSS Bayern“ anerkannt. Der Verein erhält damit das Gütesiegel „KiSS-Bayern“ und die Zustimmung zur Verwendung des offiziellen KiSS-Logos.

Im Zuge der Anerkennung wird dem Verein eine Anschubfinanzierung in Höhe von insgesamt 4.000 € wie folgt ausbezahlt:

  • 1. Rate: 2.000 € sowie 500 € Materialgutschein und 500 €Bildungsgutschein (BLSV, BSJ, BTV) bei KiSS-Gründung
  • 2. Rate: Weitere 1.000 € nach erfolgreich bestandener Qualitätsprüfung nach dem ersten Jahr

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6. Wie lange ist das KiSS-Qualitätsiegel gültig?

Ein Jahr nach Gründung erfolgt eine Überprüfung bezüglich der Erfüllung der Qualitätskriterien durch die Projektstelle KiSS-Bayern. Die Überprüfung der Qualität erstreckt sich auf Trägerschaft, Inhalte und Einhaltung des Rahmenlehrplanes sowie die personelle, organisatorische und finanzielle Absicherung des Angebots. Dabei hat die Nachhaltigkeit und konzeptionelle Planmäßigkeit des Angebots besondere Bedeutung.

Daraufhin erfolgen weitere Qualitätsprüfungen der unter Punkt 3 genannten Kriterien im Rhythmus von zwei Jahren.

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7. Welche Vorteile bietet das KiSS-Qualitätssiegel?

KiSS ist eine bundesweit bekannte Marke, die für hohe Qualität in der alltags- und sportmotorischen Grundausbildung von Kindern im Alter von 2 bis 12 Jahren unter Berücksichtigung präventiver und gesundheitsfördernder Aspekte steht.

Mit der Anerkennung zur „KiSS Bayern“ ist der Trägerverein berechtigt, das KiSS-Logo öffentlichkeitswirksam zu verwenden. Der Verein verkörpert mit dem KiSS-Qualitätssiegel ein modernes, professionelles Image und gewinnt dadurch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Vereinen und externen, kommerziellen Anbietern.

In diesem Zusammenhang ist davon auszugehen, dass der Verein eine Steigerung des Bekanntheitsgrades in der Region verzeichnet. Dies wirkt sich insbesondere positiv auf die Mitgliederwerbung und die Akquise von Sponsoren und Förderern aus.

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8. Wie finanziert sich eine KiSS?

Die Finanzierung einer KiSS setzt sich aus mehreren Säulen zusammen:

  • Mitgliedsbeiträge für den Hauptverein (Vereinsgrundbeitrag)
  • Sonderbeiträge der Teilnehmer (monatlich oder jährlich erhoben).
    Je nach Region und Verein werden monatlich zwischen € 15,- und € 25,- angesetzt. Die Beitragssätze sind vom Verein individuell festzulegen.
  • Anschubfinanzierung in zwei Raten in Höhe von insgesamt 4.000 Euro von der Projektstelle KiSS-Bayern nach erfolgreicher Anerkennung (siehe 5.)
  • Zuschüsse (z.B. Trägerverein, Kommune etc.)
  • Lokale Sponsoren (z.B. örtliche Geschäfte, Unternehmen etc.)
  • Spenden
  • Gelder aus Kooperationen (z.B. KiTa, Kindergarten, Ganztagsschule etc.)
  • Zusätzliche Beiträge für Ferienprogramme, Sportkurse, Sonderveranstaltungen etc.

Die Kindersportschule benötigt anfangs finanzielle Unterstützung vom Trägerverein, sozusagen als eine Art Anfangsinvestition, wird sich aber in der Regel im Laufe der Entwicklung selbst tragen.

Gemeinhin trägt sich eine KiSS bereits ab 50 Kindern im Gründungsjahr (siehe Musterfinanzplan).

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9. Was ist der ideale Zeitpunkt zum Start einer Kindersportschule im Verein?

Die Kindersportschule startet im Idealfall mit dem beginnenden Schuljahr im September oder Oktober, da die meisten Kinder zu diesem Zeitpunkt noch nicht anderweitig „verpflichtet“ sind und KiSS neben anderen Freizeitaktivitäten optimal in ihren Wochenplan einbinden können. Die KiSS kann aber auch zum Schulhalbjahr oder unterjährig gegründet werden.

Darüber hinaus richtet sich die KiSS mit ihren Trainingszeiten nach den Schultagen und Ferienzeiten.

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10. Zu welchem Zeitraum sollte die Einstellung des KiSS-Leiters erfolgen?

Vor Beginn der Gründung müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um einen gelungenen KiSS-Start zu gewährleisten. Wichtig ist hierbei in erster Linie der Bereich der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, um mit einer möglichst hohen Anmeldezahl an den Start gehen zu können.

Daher empfiehlt es sich, den KiSS-Leiter für vorbereitende Tätigkeiten (Erstellung des Feinkonzepts, Organisation, Sponsorensuche, Öffentlichkeitsarbeit etc.) bereits mindestens sechs Wochen vor dem geplanten KiSS-Start zu beschäftigen. Dies ist sowohl auf Honorarbasis oder bereits in Festanstellung möglich.

Durch die vorzeitige Beschäftigung muss der Verein finanziell in Vorleistung gehen. Dies ist als eine Art Anfangsinvestment zu sehen bis sich die KiSS dann selbst trägt. Die erste Rate der Anschubfinanzierung in Höhe von 2.000 Euro (monetärer Anteil), die die Projektstelle KiSS-Bayern nach erfolgreicher Anerkennung ausbezahlt (siehe 5.), dient unter anderem dazu, diese Finanzierungslücke zu schließen.

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11. Welche Vorteile bietet die Einrichtung einer Kindersportschule für den Verein?

  • Verkörperung eines modernen Images und damit verbundene Steigerung des Bekanntheitsgrades in der Region, insbesondere was die Mitgliederwerbung und die Akquise von Sponsoren und Förderern betrifft. Durch die Beschäftigung eines qualifizierten Sportlehrers verdeutlicht der Verein, dass ihm Qualität, Professionalität und Innovation wichtige Anliegen sind.
  • Ansprechen und Erschließen neuer Zielgruppen und Mitgliederschichten, die sich ein altersgemäßes, sportartübergreifendes, hochqualitatives, vielseitiges und ganzheitliches Angebot wünschen und sonst vielleicht kein Vereinssportangebot wahrnehmen würden, durch Erweiterung des Angebots im Kinder- und Jugendbereich.
  • Möglichkeit des Mitgliedergewinns über die KiSS-Zielgruppe hinaus durch verstärkte positive Wahrnehmung des Vereins und dessen Angebote auch im näheren Umfeld der Kinder (Familien- und Bekanntenkreis).
  • Nachhaltige Bindung der Mitglieder durch späte Spezialisierung und Vermittlung von Motivation und Bewegungsfreude für ein langfristiges Sporttreiben.
  • Erhöhte Konkurrenzfähigkeit mit anderen Einrichtungen sowie externen, kommerziellen Anbietern.
  • Hochwertiges Kindersportangebot mit qualifiziertem Personal zu kindgerechten Zeiten sowie vormittags zum Einsatz in Kindergärten und Schulen.
  • Einstellung eines hauptamtlichen, qualifizierten Sportlehrers bietet auch die Möglichkeit der Erweiterung des Angebotsspektrums auf weitere Bereiche, z.B. Präventions- und Gesundheitssportangebote, Seniorensportangebote, Fitnessstudio, Managementtätigkeiten in der Geschäftsstelle etc.

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12. Wie können die Abteilungen des Vereins von einer Kindersportschule profitieren?

  • KiSS fungiert als Bindeglied zu den Abteilungen:KiSS-Kinder erhalten Einblicke in alle im Verein vertretenen Sportarten durch Integration der Abteilungen in die KiSS-Stunden, insbesondere in den höheren Ausbildungsstufen, oder im Rahmen von Ferienprogramm, Sportfesten, Aktionstagen etc.
    Ziel ist es, die Kinder in der KiSS systematisch an die Abteilungssportangebote heranzuführen und sie nach Ende der KiSS-Zeit entsprechend ihrer Neigungen und Talente in die Fachsportarten überzuleiten.
  • Entdeckung und Förderung neuer Talente im Sinne der Abteilungen durch eine an die kindlichen Entwicklungsphasen angepasste Grundlagenausbildung.
  • Durch Ausbildung der körperlichen und motivationalen Voraussetzungen für ein langfristiges Sporttreiben durch eine späte Spezialisierung und die Schaffung einer breiten sportmotorischen Basis im Rahmen der KiSS wird die Drop-Out Rate in der Pubertät gesenkt.

Es ist von besonderer Bedeutung, möglichst frühzeitig, im Idealfall bereits in der Phase der Konzepterstellung, eine intensive und offene Zusammenarbeit zwischen KiSS und Abteilungen anzustreben. So kann der Mehrwert der sportartübergreifenden Ausrichtung von KiSS für die Abteilungen klar herausgestrichen und gleichzeitig vermieden werden, dass KiSS in den Abteilungen als Konkurrenzangebot wahrgenommen wird.


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13. Welchen Vorteil für den Verein bringen KiSS-Kooperationen mit Bildungseinrichtungen?

Durch das Schließen von Kooperationen mit Bildungseinrichtungen, wie Kindertagesstätten, Kindergärten, Schulen und Ganztagsschulen ergibt sich eine Vielzahl von Vorteilen für den Verein:

  • Refinanzierungsmöglichkeit des KiSS-Leiters / der KiSS-Lehrkraft, insbesondere im Bereich der Ganztagsschulkooperationen (bis zu 27 € pro 60 min Sportangebot möglich; der Stundensatz ist individuell zu verhandeln)
  • Möglichkeit zur Hallennutzung in den Bildungseinrichtungen à Vergrößerung der für KiSS / den Verein zur Verfügung stehenden Hallenkapazitäten
  • Möglichkeit zur Bewerbung von KiSS in den Bildungseinrichtungen und damit einhergehende Mitgliedergewinnung – auch im näheren Umfeld der Kinder (Eltern, Familie, Bekanntenkreis, Geschwisterkinder, Freunde etc.)
  • Möglichkeit zur Ausrichtung von Aktionstagen oder Elternabenden in den Einrichtungen für Werbezwecke

 

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14. Was ist der KiSS-Rahmenlehrplan?

Grundlage für die qualitativ hochwertige Arbeit der Kindersportschulen ist ein gemeinsamer Rahmenlehrplan, der 2011 von einer eigens dafür eingesetzten Lehrplankommission in einer überarbeiteten Version herausgegeben wurde. Der „Rahmenplan Kindersportschule“ ist mit den Bildungsplänen Kindergarten und Schule kompatibel, was wiederum eine gute Basis für Kooperationen und lokale Netzwerke bietet.

Der Rahmenlehrplan gibt eine allgemeine Orientierung zur Durchführung der Lehrinhalte. Er stellt lediglich das Grundgerüst dar und bietet den KiSS-Leitern und -Lehrkräften ausreichend Spielraum zur individuellen Gestaltung der KiSS-Stunden.

Entwickelt wurde der Rahmenlehrplan von einer Lehrplankommission aus Experten unterschiedlicher Fachsportarten, KiSS-Lehrkräften und hauptberuflichen Bildungsreferenten der beteiligten Landessportbünde und -verbände mit einer starken Praxisorientierung.

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15. Was ist die Projektstelle KiSS-Bayern, wie setzt sie sich zusammen und welche Aufgaben erfüllt sie?

Die zentrale Koordination und Weiterentwicklung des KiSS-Konzeptes im Bayerischen Landes-Sportverband erfolgt über die Projektstelle KiSS-Bayern, die sich aus ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern der beteiligten Verbände (Bayerischer Landes-Sportverband, Bayerische Sportjugend im BLSV und Bayerischer Turnverband) zusammensetzt.

Der Vorsitz des Gremiums wechselt im Rhythmus von zwei Jahren zwischen der Bayerischen Sportjugend im BLSV und dem Bayerischen Turnverband.

Die Aufgabenbereiche der Projektstelle KiSS-Bayern sind vielfältig:

  • Beratung bestehender KiSS-Vereine in den unterschiedlichsten Bereichen
  • Unterstützung und Beratung bayerischer Sportvereine, die eine KiSS-Gründung in Erwägung ziehen oder bereits konkret planen
  • Sicherstellung des Qualitätsmanagement in den bayerischen Kindersportschulen: In diesem Zusammenhang wird jede Kindersportschule alle zwei Jahre einem Qualitätscheck unterzogen
  • Qualifikation von bereits in der KiSS tätigen sowie von potentiellen, künftigen KiSS-Leitern und –Lehrkräften
  • Steigerung des Bekanntheitsgrades und Weiterentwicklung des KiSS-Konzepts in Bayern

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