Aktuelle Entwicklungen

Der Sport hat mit Inkrafttreten des Lissabon-Vertrages im Jahr 2009 erstmals eine Rechtsgrundlage in den europäischen Verträgen erhalten und seither politisch an Bedeutung gewonnen. 
Nach aktuellem Stand sieht es danach aus, dass der Sport im mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Kommission, der den Zeitraum 2014 bis 2020 abdeckt,  als eigenständiges Kapitel in das neu geschaffene, übergeordnete europäische Bildungsprogramm „Erasmus for all“ integriert wird.
Der Vorschlag der Europäischen Kommission muss dann vom Europäischen Parlament und vom Ministerrat angenommen werden. Erst Mitte 2013 wird endgültig feststehen, über welches Budget das geplante Sportprogramm verfügen wird.

Offiziellen Angaben aus Kommissionskreisen zufolge ist vorgesehen, für den Sport ein Budget von insgesamt 238 Mio. Euro (= 34 Mio. Euro/Jahr) aufzubringen. Dies würde in etwa einer Verzehnfachung der bislang von EU-Seite jährlich aufgewandten Fördersumme für den Sport entsprechen.Die Förderprioritäten für das Kapitel Sport im „Erasmus for all“-Programm orientieren sich an der Europa 2020-Strategie und lauten: 

Good Governance, ehrenamtliche Strukturen
Gesundheitsförderung
Soziale Eingliederung und Chancengleichheit
Prävention von/Kampf gegen Intoleranz und Gewalt im Sport
Duale Karriere
Kampf gegen Doping

Die geplante Mittelaufteilung sieht folgendermaßen aus:

75 Prozent für transnationale Kooperationsprojekte
20 Prozent für nicht-kommerzielle europäische Sportveranstaltungen
5 Prozent für Konferenzen, Studien, Dialog mit europäischen Stakeholdern und Good Governance 

Die Eingliederung des Sports als eigenständiges Kapitel im Förderprogramm „Erasmus for all“ stellt einen Fortschritt gegenüber der derzeitigen Situation dar. Nichtsdestotrotz setzen sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die deutschen Landessportbünde unter Betonung der geänderten Rechtslage sowie der wirtschaftlichen und sozialen Bedeutung des Sports parallel zu den Planungen der Europäischen Kommission dafür ein, dass der Sport ab 2014 auch im Rahmen der EU-Regionalpolitik (hier besonders in den Programmen EFRE und ESF) stärkere Berücksichtigung findet.