Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Dr. Lochmann, Innenminister Joachim Herrmann, BLSV-Präsident Günther Lommer und BLSV-Vizepräsident Jörg Ammon

8. Juli 2010

Praxisnahe Fortbildung

Themen, die in der Vereinsarbeit eine wichtige Rolle spielen, praxisnah aufzubereiten und den vorwiegend ehrenamtlich engagierten Vereinsfunktionären auf diese Weise wertvolle Tipps und Anregungen für die tägliche Vereinsarbeit an die Hand zu geben, das ist die Zielsetzung der Veranstaltungsreihe „TreffPunkt SportVerein“. Im Frühjahr/Sommer wurden vom BLSV-Sportbezirk Mittelfranken die Schwerpunkte „Frauen und Mädchen im Sportverein“, „Aktuelle Fragen des Vereinsmanagements“ und „Sport und Kommune - Eine starke Partnerschaft“ gewählt.

Bei den ersten beiden Abendveranstaltungen wurde der klassische Stil der „TreffPunkt SportVerein“-Reihe beibehalten.

So fanden sich die Anwesenden am „Frauenabend“ nach dem Grußwort von Klothilde Schmöller, der Vorsitzenden des Verbandsfrauenbeirates, und dem Kopfvortrag von Kirsten Witte (DOSB), der den Titel „Ist die Zukunft des Sports weiblich?“ trug, in verschiedenen Arbeitsgruppen zusammen. Mit Dr. Stefan Eckl wurde angeregt über den mädchen- und frauengerechten Sportstättenbau diskutiert. Sylke Otto, die erfolgreichste Rennrodlerin aller Zeiten, gab einen Einblick in ihre Sportkarriere und erzählte von sporttypischen Denkmustern, die es Frauen erschweren, Führungspositionen auf Verbandseben zu erhalten. An diesem Problem setzt der DOSB mit dem Wettbewerb „Frauen in Führungspositionen“ an, wie BLSV-Präsidiumsmitglied Irene Huber ausführlich berichtete.

Beim Themenabend „Vereinsmanagement“ standen -   ehe es um den Datenschutz im Sportverein (Prof. Dr. Rolf Lauser), Aus-, Fort- und Weiterbildungen im Sport (Bernd Neugebauer) und Versicherungen im Sport (Dieter Huber) ging - zunächst die aktuelle Bevölkerungsprognose für den Raum Mittelfranken und die Auswirkungen des demographischen Wandels auf das Denken und Handeln im Sport im Zentrum des Interesses. Mit zahlreichen Beispielen versuchte Jan Kurzidim vom Bayerischen Landesamt für Statistik bei den Anwesenden Verständnis für die Notwendigkeit eines den demographischen Entwicklungen angepassten Vereinsangebots zu schaffen. Neben der Fokussierung auf Kinder und Jugendliche rief er zum Aufbau eines attraktiven Sportangebotes für die Generation 60 + auf: „Die Bevölkerung wird immer älter. Vergessen Sie bei der Planung ihrer Kurse aber nicht, dass die hinzugewonnenen Jahre aktive, gesunde Jahre sind!“

Der zehnte „TreffPunkt SportVerein“, der die Veranstaltungsreihe Frühjahr/Sommer abschloss, war besonders hochkarätig besetzt und von der Struktur anders aufgebaut. In jeweils dreißig-minütigen Vorträgen erläuterten der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann, BLSV-Präsident Günther Lommer und Universitätsprofessor Dr. Dr. Matthias Lochmann das Zusammenspiel von Sport und Kommune sowie Breiten- und Leistungssport. Im Anschluss standen die Referenten für eine Podiumsdiskussion zur Verfügung.

Innenminister Herrmann betonte die Einheit von Bildung und Bewegung und unterstrich mehrfach die Wertigkeit der Arbeit, die täglich von ehrenamtlichen Vereinsfunktionären und Übungsleitern geleistet wird.

Auf die Unterstützung des Sports durch die Kommunen kam BLSV-Präsident Günther Lommer in seiner Rede, die immer wieder von begeisterten Beifallsstürmen unterbrochen wurde, konkret zu sprechen: „Das ist wirklich eine starke Partnerschaft. Wir können zufrieden sein mit dem, was gegeben wird. Bei uns ist die Bereitschaft vorhanden, in schweren Zeiten Abstriche zu machen, in guten Zeiten möchten wir dann wieder bedient werden, wir leisten schließlich auch etwas!“ Als Beispiele für die gute Arbeit des BLSV führte Lommer unter anderem die sportliche Ausbildung von Kleinkindern bis hin zu Leistungssportlern, die Gesundheitsförderung im Alter oder die Vermittlung von Werten im und durch Sport auf.

Prof. Dr. Dr. Matthias Lochmann bezog sich auf die Wechselwirkung von Breiten- und Leistungssport und appellierte aus sportmedizinischer Sicht: „Mehr Bewegung in allen Altersstufen und eine bewusste Ernährung sind die Lösung für viele individuelle und gesellschaftspolitische Probleme!“