Machten sich für Olympische Spiele in Bayern im Jahr 2018 stark (von links): Karl Rauh (BLSV-Vizepräsident Leistungssport), Jörg Ammon (Vorsitzender BLSV-Sportbezirk Mittelfranken), Christian Schmidt (Staatssekretär am Bundesverteidigungsministerium), Sylke Otto (erfolgreichste Rennrodlerin aller Zeiten), Boris Schwartz (Bündnis 90/Die Grünen, Leiter der Umweltkommission der Olympiabewerbungsgesellschaft „München 2018“)

25. April 2011
„München geht uns alle an“

Zielsetzung der „TreffPunkt SportVerein“-Reihe des BLSV-Sportbezirks Mittelfranken ist es, Vereinsfunktionäre über Themen, die für die tägliche Vereinsarbeit von direkter Bedeutung sind, zu informieren. Bei der letzten Veranstaltung wurde von dieser Maxime etwas Abstand genommen und ein Inhaltspunkt gewählt, der für den Sport in Bayern und Deutschland von Bedeutung sein kann und deswegen auch nördlich der Donau intensiv diskutiert wird. Unter dem Motto „Olympische Spiele 2018 – Volle Kraft voraus!“ wurden vier Hauptbeiträge vereint, bei denen die Referenten von unterschiedlichen Perspektiven einen Blick auf das sportliche Großereignis, um das sich die Bewerbungsgesellschaft „München 2018“ bemüht, warfen.

Den Auftakt bildete Christian Schmidt, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Verteidigung. Er zeigte unter dem Oberbegriff „Tatkraft“ auf, wie die Spitzensportförderung der Bundeswehr aufgebaut ist, welche Kosten mit dem System verbunden sind und welche Ziele verfolgt werden. „Eine wichtige Perspektive, die wir jungen Sporttalenten mitgeben müssen, ist der Blick nach vorne, das Streben nach Erfolgen. Das funktioniert nur dann, wenn wir erfolgreiche Spitzensportler als Identifikationsfiguren haben“, so Schmidt. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass rund 70 Prozent der Medaillen, die das deutsche Team bei Olympischen Winterspielen erzielt, von Berufssoldaten erkämpft werden, unterstützt die Bundeswehr die „München 2018“-Bewerbung: „Wir sehen uns als Sponsor der Idee von Olympischen Spielen, stellen deshalb in München und Garmisch-Partenkirchen Teile unserer Flächen zur Verfügung und vertrauen auf den Impuls, den die Spiele für den Breiten- und Leistungssport in Bayern und Deutschland insgesamt haben werden.“

Mit seinem Vortrag über die ökonomischen und ökologischen Aspekte des Bewerbungskonzeptes „München 2018“, der unter dem Stichwort „Überzeugungskraft“ stand, schloss Boris Schwartz, Leiter der Umweltkommission der Olympiagesellschaft, an. Auch Schwartz, der in den letzten Monaten mit seinen Kollegen in der Bundesrepublik umhergereist und für „München 2018“ geworben hatte, betonte, dass es sich bei der Olympiabewerbung nicht um ein südbayerisches, auch nicht um ein bayerisches, sondern um ein gesamtdeutsches Projekt handelt, das aufgrund des Nachhaltigkeitsgedankens schon jetzt weltweit Maßstäbe setzt. „München geht uns alle an. Unterstützen Sie uns, damit wir das Wintermärchen 2018 nach dem Sommermärchen 2006 erleben können“, appellierte Schwartz in seinem emotional gefärbten Redebeitrag an die Anwesenden.

„Unterstützungskraft“ lautete die Devise, der sich BLSV-Vizepräsident Karl Rauh bei der Vorstellung der Bayerischen Sportstiftung widmete. Die Allianz für Talente, die ins Leben gerufen werden konnte, nachdem sich der Bayerische Landes-Sportverband und die bayerischen Sportfachverbände auf ein uneingeschränktes Ja zur Förderung bayerischer Sporttalente geeinigt hatten, strebt primär die finanzielle und strukturelle Förderung von Athleten aber auch von Leistungssportprojekten an. Im Zentrum der Bemühungen stehen die Schlagworte „duale Karriere“ und „Laufbahnberatung“, die bayerischen Talenten, die für bayerische Vereine starten, optimale sportliche und außersportliche Karriereperspektiven eröffnen soll.

Zur Abrundung des Abends, an dem es kaum Diskussionsbedarf gab, sprach Sylke Otto, die erfolgreichste Rennrodlerin aller Zeiten und zweifache Olympiasiegerin, im Interview unter dem Überbegriff „Willenskraft“ über die sportlichen und außersportlichen Leistungen, die sich hinter Olympiagold verbergen. Beeindruckt zeigten sich die Zuhörer von Ottos Ausführung, dass sie bereits als Zehnjährige gewusst hat, dass sie Rennrodlerin werden möchte und dafür bereit ist, auf Freizeit, Feste und Fernsehen zu verzichten. Mit dem Besuch des Internats der Sportschule Oberwiesenthal und dem späteren Eintritt in die Sportfördergruppe der Bundeswehr wurden die Weichen für den internationalen Erfolg gestellt.

Auf die Frage, ob sich die Internatsschüler im Haus der Athleten in Nürnberg, für das Otto tätig ist, bei der Olympiasiegerin manchmal Ratschläge für die eigene Sportkarriere holen, antwortete sie: „Nein, und darüber bin ich auch glücklich. Unsere Jugendlichen wissen, wo sie hin möchten und wie sie das Ziel erreichen. Wichtig ist, dass wir ihnen die Strukturen ermöglichen – sei es über die Sportfördergruppe der Bundeswehr, die Bayerische Sportstiftung oder Förderkonzepte anderer Institutionen. Wenn diese Arbeit stimmt, dann kommen auch die Erfolge!“
Dieser Apell wurde von allen Anwesenden wohlwollend aufgenommen und als Vorgabe für eine weitere intensive Bemühung um sportliche Großveranstaltungen und Sportförderkonzeptionen genommen.