Die Referenten des Ganztagsschulen-Infoabends in Mittelfranken: Lars Haack und Birgit Dethlefsen.

7. November 2011

Kreative Ideen für die Schule

„Fit für die Ganztagsschule“ lautet der Titel der Info-Tour, mit der der Bayerische Landes-Sportverband in diesem Herbst in allen Sportbezirken Station macht. Ziel der vom Bayerischen Kultusministerium geförderten Reihe ist es, den bayerischen Sportvereinen die Chancen, die mit einem Engagement im Bereich der verlängerten Mittagsbetreuung oder der Ganztagsschule verbunden sind, aufzuzeigen.

Da im BLSV-Sportbezirk Mittelfranken bereits vor zwei Jahren das Pilotprojekt Ganztagsschule mit dem Motto „Wir wollen in die Schule gehen“ auf den Weg gebracht wurde, und zahlreiche Vereine in diesem Bereich bereits erfolgreich aktiv sind, unterschied sich das Konzept des Info-Abends von den übrigen Veranstaltungen in Bayern. Ergänzend zu der allgemeinen Einführung in den Themenkomplex schulischer Ganztag, die von BLSV-Mitarbeiterin Birgit Dethlefsen gestaltet wurde, und sich an Vereine, die den Schritt in die Ganztagsschule erst noch wagen möchten, richtete, wurde ein Motivations-Workshop angeboten.

Dieser, von Lars Haack geleitete Workshop, richtete sich an Vereinsvertreter und Übungsleiter, die regelmäßig Sportprogramme an Schulen anbieten.
Ehe Haack zum Hauptteil seines Vortrages, der sich mit der Fragestellung, wie Kinder und Jugendliche für Sport und Bewegung begeistert werden können, auseinandersetzte, bestärkte er die Vereinsvertreter in ihrem bisherigen Tun. In Zeiten des demographischen Wandels und sozialer wie kultureller Umbrüche sieht es Haack als wichtig an, sich den Entwicklungen nicht zu verschließen, sondern diese als Herausforderung auf dem Weg in eine erfolgreiche Vereinszukunft anzunehmen. Zentrale Bedeutung maß der Referent, der aktuell selbst vier Sportarbeitsgemeinschaften leitet und im nächsten Schuljahr an Ganztagsschulen tätig werden wird, dem Bereich der externen Kommunikation bei: „Besuchen Sie die Schulen, gehen Sie auf Rektoren und Lehrer zu, nutzen Sie die Kontakte, die Sie oder andere Mitglieder Ihres Vereins haben. Wir sind mit unserem Tennisangebot auch bei regionalen Schulfesten vertreten, knüpfen so Kontakt zu Eltern, Schülern und Lehrern.“

Für die Gestaltung der Inhalte des Sportprogramms an Schulen empfahl Haack eine primär allgemeinmotorische Schwerpunktsetzung, die Spielformen in den Mittelpunkt stellt. Gute Anregungen hierfür liefert das Konzept der Heidelberger Ballschule, auf das der Referent in Ansätzen einging. „Kinder und Jugendliche wollen spielen. Das zeigt die Erfahrung. Über Spiele – und es gibt eine Vielzahl pädagogisch wertvoller Spiele – gelingt es, auch für wenig homogene Gruppen ein ansprechendes, erlebnisorientiertes Übungsprogramm zusammenzustellen und gruppendynamische Prozesse zu fördern“, so Haack.

In Bezug auf die Betreuung der Gruppen maß er den Punkten Qualifikation und Kontinuität große Bedeutung bei: „Je qualifizierter der Übungsleiter ist, desto leichter gestaltet sich der Umgang mit den Schülern. Wichtig ist, dass es Ihnen gelingt, häufige Trainerwechsel zu vermeiden und den Schülern zu vermitteln, dass ihr Verein gerne und mit Hingabe das Sportangebot gestaltet.“

Gegen Ende seines Vortrags, der von den Anwesenden mit großer Begeisterung aufgenommen wurde, appellierte Haack: „Wer nichts versucht, kann keine neuen Kinder für seinen Verein gewinnen. Probieren Sie es aus und seien Sie kreativ! Schüler, die aus der Sportarbeitsgemeinschaft zu uns in den Verein kommen, erhalten zum Beispiel nach einiger Zeit einen Gutschein, der es ihnen ermöglicht, den besten Freund mit ins Training zu bringen. Das kommt bei allen Beteiligten sehr gut an und hat unsere Mitgliederzahlen deutlich gesteigert. Auch Gutscheine für Eltern haben sich bestens bewährt.“