Sankt Paul erstrahlt in neuem Glanz.
Jörg Ammon (Vorsitzender des BLSV-Sportbezirks Mittelfranken) und Rodelolympiasiegerin Sylke Otto betrachten die Pläne von Sankt Paul.

15. September 2009

„Eine Oase in der Stadt“

Nachdem die Bestandsgebäude des ehemaligen Seminars Sankt Paul in Nürnberg, die eine Nutzfläche von 6.500 Quadratmetern umfassen, mit einem finanziellen Aufwand von 8,5 Mio. Euro aus Diözesanvermögen aufwändig saniert und renoviert wurden, können sie nun unterschiedlichen sozialen Nutzergruppen als neue Heimat dienen. Das Ziel, mit Sankt Paul einen zentralen Platz für mehr Bildung, Erziehung, Sport und Gesundheit für Jung und Alt, für alle Generationen unabhängig ihrer Herkunft und Nationalität zu schaffen, hat nicht nur in der Region sondern deutschlandweit Vorbildcharakter.

Im Rahmen einer feierlichen Eröffnung segnete Erzbischof Dr. Ludwig Schick die Räume und Übergab sie ihrer neuen Bestimmung. Die 350 geladenen Gäste erfuhren im Zuge der Festrede, dass es „Wunsch und Gebet“ des Erzbischofes ist, dass sich der Auftrag der Kirche, „dem Leben der Menschen zu dienen“, nicht nur im ganzheitlichen Ansatz des von Gotthard Communication entwickelten Nutzungskonzeptes widerspiegelt, sondern auch in Zukunft in Sankt Paul gelebt wird.

Die Hälfte des Gebäudes hat die Philosophische Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gemietet. Studenten der Religionswissenschaften und der Kunstpädagogik erhalten hier ihre Ausbildung und können zukünftig, wie Universitätskanzler Thomas Schöck in seinem Grußwort hervorhob, in direktem Kontakt mit den Nachwuchsleistungssportlern, die im „Haus der Athleten“ leben, und den Kindern, die die zurzeit im Bau befindliche „Champini Sport-Kindertagesstätte“ besuchen werden, das im Studium Erlernte in der Praxis anwenden.
Das „Haus der Athleten“, das eine Gesamtkapazität von 54 Internatsplätzen aufweist, wird aktuell von 35 Jugendlichen im Alter von 14 Jahren bewohnt. Die jungen Sporttalente, die die Bertolt-Brecht-Schule besuchen, gehören der Fußball-B-Jugend des 1. FC Nürnberg an oder trainieren in verschiedenen olympischen Disziplinen.

Im Frühjahr 2010 wird die „Champini Sport-Kindertagesstätte“ mit zwei Kinderkrippen und drei Kindergartengruppen eröffnet. Ein Schwerpunkt des ganzheitlichen Champini-Erziehungskonzeptes liegt, wie der Name vermuten lässt, auf dem Bereich Sport und Bewegung.

Die gemeinnützige Investition und das Gesamtkonzept von Sankt Paul wurden in allen Festreden als äußerst positiv hervorgehoben. Der ehemalige Ministerpräsident von Bayern, Dr. Günther Beckstein, betonte, dass „Bildung und Erziehung einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft brauchen und Sport und Gesundheit hierbei eine wichtige Rolle spielen“. Von einer „Oase in der Stadt, die in dieser Kombination vermutlich einmalig in Deutschland ist“, sprach Dr. Ulrich Maly, der Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg. Für Sylke Otto, die mehrfache Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin im Rennrodeln, ist das „Haus der Athleten“ in Sankt Paul „etwas ganz Besonderes“, ein Ort der Begegnung, der der Ausbildung sportlicher Talente dienen kann und wird. Mit den Worten „wir haben schon viel erreicht, aber wir stehen erst ganz am Anfang“ warb Otto bei den Anwesenden für die Unterstützung und Förderung des Internats.

Die Einweihungsfeierlichkeiten endeten nicht wie geplant mit der Übergabe eines überdimensionalen Hausschlüssels an Erzbischof Dr. Schick durch Klaus Gotthard, den Entwickler der Gesamtkonzeption, und Helmut Bieswanger, den verantwortlichen Projektleiter. Club-Präsident Franz Schäfer und die 14 B-Jugendlichen, die seit Kurzem in Sankt Paul wohnen, überreichten dem „sportlichen Erzbischof“, der jedes Jahr das Deutsche Sportabzeichen ablegt und schon mehrfach Spiele des 1. FC Nürnberg im Stadion verfolgt hat, ein weinrotes Mannschaftstrikot mit der Nummer „22“.