Mit der Wasserwacht und zehn Tretbooten ging es von Enderndorf aus ans andere Ufer des Großen Brombachsees.
Der 1,7 km lange Rückweg wurde von 19 Schülerinnen und Schülern schwimmend zurück gelegt. Die begleitenden Boote sorgten dafür, dass sich niemand unterwegs allein gelassen fühlte.
Zufriedene Gesichter bei Teilnehmern und Lehrern. Pläne für eine Durchschwimmung des Großen Brombachsees im nächsten Schuljahr wurden direkt nach der Veranstaltung geschmiedet ...

21. Juli 2010

Schwimmtag statt Wandertag

Sie hatten sich Großes vorgenommen und sie leisteten auch Großes. Begleitet von einem Boot der Wasserwacht und zehn Tretbooten schwammen neunzehn Schülerinnen und Schüler der Johann-Steingruber-Realschule Ansbach von Süd nach Nord durch den Großen Brombachsee. Die Strecke von 1,7 Kilometern - gestartet wurde in der Nähe von Ramsberg, Ziel war der Badestrand von Enderndorf - wurde von allen Startern gemeistert und das, obwohl die Mehrzahl eine so lange Strecke im Freiwasser noch nicht schwimmend zurückgelegt hatte. Am Ende waren sich von Daniel Bachbauer (1. Platz), über Kristin Williams (3. Platz, bestes Mädchen) bis hin zu   Dani Schletterer, der mit drei weiteren Schülern nach einer Stunde Schwimmen das Ziel erreichte, einig: „Ja, das würden wir auf alle Fälle wieder machen!“

Die Idee zu diesem besonderen Aktionstag, der am Ufer von einem Beachvolleyballturnier, an dem vier Klassen der Realschule teilnahmen, umrahmt wurde, hatte Sportlehrer Joachim Bormann. „Wir suchen immer nach Aktionen, die unsere Schüler noch nicht gemacht haben. Das kann ein Waldcrosslauf, eine Extremwandertour, eine Kanufahrt oder eben wie heute, eine See-Durchschwimmung sein.“

Der engagierte Lehrer, der vor wenigen Tagen selbst noch beim Challenge in Roth gestartet war, hatte im Schwimmunterricht beobachtet, dass einige Schüler im Becken schon gute Leistungen erbringen, es aber an der Motivation mangelte, sich selbst weiter zu verbessern.   „Also habe ich das Durchschwimmen des Brombachsees vorgeschlagen und in den neunten und zehnten Klassen Werbung dafür gemacht“, so Bormann. Zu Beginn seien keine Rückmeldungen von Schülerseite bei ihm eingegangen, aber dann „hat das Projekt auf einmal eine Eigendynamik“ (Bormann) entwickelt. Von diversen Schulklassen seinen Starterlisten mit Namen, Alter und Körpergröße abgegeben worden. So konnte dann die Vorbereitung des Events in Angriff genommen werden. Es mussten Sponsoren gefunden werden, die Neoprenanzüge und Tretboote zur Verfügung stellten, die Wasserwacht musste um Hilfe gebeten werden. Bormann: „Alle Sponsoren waren von der Idee restlos begeistert, wir mussten gar nicht lange reden. Sogar ein Erinnerungs-T-Shirt für alle Finisher konnte gedruckt werden.“

Bei einem Probeschwimmen im Hallenbad wurde eine Woche vor der Brombachsee-Durchquerung noch einmal die Fitness der Teilnehmer überprüft und einem Schüler nahe gelegt, sich in diesem Jahr noch nicht an die große Herausforderung zu wagen. „Großen Wert haben wir in der Vorbereitung auf das psychologische Moment gelegt“, fügt Bormann an. „Mitten am See auf einmal das Gefühl zu haben, auf sich alleine gestellt zu sein - das ist eine Herausforderung!“ Eine Herausforderung, die alle Schüler mit Bravour gemeistert haben - bestimmt auch dank der Tretboote, die immer in der Nähe waren und die Schwimmer bei einem Wadenkrampf oder völliger Erschöpfung aufgenommen hätten.