Trauer um Manfred Kreitmeier

Mit Manfred Kreitmeier ist im Alter von 84 Jahren eine im Sport weithin bekannte Persönlichkeit verstorben. Der Ehrenvorsitzende des Bezirks Oberfranken im Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) war als „Mister Sport“ in  Bayreuth und bayernweit ein Begriff, der Prototyp eines erfolgreichen „Managers mit der Bindung zur Basis“, dem der Sport viel zu verdanken hat und der ihn ein Leben lang begleitete.

Der Pragmatiker und Perfektionist Kreitmeier, studierter Turn- und Sportlehrer, der schon in jungen Jahren an der Universität Tübingen einen Lehrauftrag hatte, leitete nach seiner Tätigkeit an der Oberrealschule und am Deutschen Gymnasium von 1967 bis 2001 das neu gegründete Sportamt der Stadt Bayreuth. Als begeisterter und guter Schwimmer von Kindesbeinen an stand er seit 1960, damals schon Lehrwart des Bayerischen Schwimmverbandes, über fünf Jahrzehnte in den Diensten des BLSV, machte sich da in ganz Deutschland und im benachbarten Ausland einen Namen. Der Aufstieg auf der Karriereleiter war vorprogrammiert: Von 1972 bis 1992 Präsident des Bayerischen Schwimmverbandes, von 1975 bis 1977 dann sogar Präsident des Deutschen Schwimmverbandes, wo er die Schwimmweltmeisterschaften in Cali/Columbien und die Olympischen Spiele in Montreal mit begleitete. Die erfolgreiche Bewerbung von Deutschland für die Weltmeisterschaft im Schwimmen 1978 in Berlin trug die Handschrift des gebürtigen Ambergers. An den Vorbereitungen der Asienspiele 1974 in Teheran auf Einladung des damaligen Schahs wirkte er gleichfalls mit.

Eine besondere Wegmarke sicherlich auch die Zeit von 1970 bis 1972, in der er als Referatsleiter und Sportstättendirektor bei den Olympischen Spielen in München sein Organisationstalent, das ihn stets auszeichnete, unter Beweis stellen konnte. Die dort gemachten Erfahrungen im Sportstättenbau, wie Schwimmhalle, Sporthalle und Boxhalle, brachte Kreitmeier in seiner Eigenschaft als Sportamtsleiter beim Bayreuther Sportstättenbau an entscheidender Stelle mit ein, setzte mit dem Bayreuther Sportpark unter der Ägide von Oberbürgermeister Hans Walter Wild bleibende Akzente. Im BLSV stand der Dauerläufer des Ehrenamtes von 1992 bis 2013 an der Spitze des Bezirks Oberfranken, hat ihm neue Impulse verliehen. Seine Erfahrung und Aufgeschlossenheit für Neues um den Sport voran zu bringen, ist auch in vielen Kongressen, Tagungen und Großveranstaltungen deutlich geworden. Örtlich engagierte sich Kreitmeier 35 Jahre lang als Mitbegründer und Geschäftsführer des Sportkuratoriums Bayreuth und war acht Jahre Vorsitzender des Stadtsportverbandes Bayreuth. Außerdem saß der Ehrenpräsident des Bayerischen Schwimmverbandes von 1978 bis 2008 als Mitglied im Sportausschuss des Bayerischen Städtetages. Von 2002 bis 2014 vertrat er den Sport auch als Bayreuther Stadtrat, der ihn zum Altstadtrat ernannte, setzte sich engagiert für die Belange der Bayreuther Sportvereine ein.

Wer Manfred Kreitmeier kannte weiß, dass er alle Ämter nie als Belastung empfunden hatte, sondern sie gerne und mit ganzem Herzen ausfüllte. Wenn er einmal eine Aufgabe angenommen hat, bewies er stets Standfestigkeit und Durchhaltevermögen. Ehrungen konnten da in einem langen Sportmitarbeiter-Leben nicht ausbleiben. Aus der Fülle der Auszeichnungen seien nur einige genannt: Das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, der Bayerischen Verdienstorden, der Ehrenbrief des Deutschen Schwimmverbandes, die BLSV- Ehrennadel in Gold mit Brillanten, die höchstens zehn lebende Personen tragen dürfen, und die Ehrenmedaille des Bezirkstags von Oberfranken.

Besonders der BLSV trauert um einen verdienstvollen Menschen, der in Erinnerung bleiben wird.