Japanische Delegation besuchte Nürnberg

Beim bilateralem Fachkräfteaustausch zwischen der japanischen Sportjugend (JJSA) und der deutschen Sportjugend (DSJ) besuchte eine 7-köpfige Delegation im Oktober 2019 Nürnberg. Die Trainer, Betreuer und Verbandsfunktionäre der japanischen Sportjugend kamen aus den unterschiedlichsten Sportarten wie beispielsweise Kendo, Kobudo, Schwimmen, Tischtennis oder Leichtathletik und informierten sich bei ihrer Reise über den Aufbau und Funktionsweise des deutschen Sportsystems. Auf der einen Seite stand das Motto "Road to Toyko 2020", auf der anderen Seite lag das Interesse an der Integration und Inklusion.

Natürlich stand auch ein Besuch der mittelalterlichen Altstadt auf dem Programm. Neben Kaiserburg, Lorenzkirche und Henkershaus kamen die typischen Nürnberg Spezialitäten Bratwürste und Lebkuchen auch nicht zu kurz.

Beim Besuch der Budo-Taijutsu-Abteilung des VfL Nürnberg konnten unsere Gäste aktiv am Training der japanischen Kampfkunst teilnehmen. Budo Taijutsu ist eine Mischung aus alten Kampftechniken der Samurai und Kampfkünsten des Ninjutsu. Unter der Leitung von Sensei (Trainer) Dino Gheri wurden die unterschiedlichsten Techniken geübt, Griffbefreiungen, Verteidigungen gegen Schläge, Schwert gegen Stock, um nur einige Beispiele zu nennen. Bei den Übungen Schwert gegen Stock sah man die jahrzehntelange Erfahrung von Kendo-Trainer Herrn Sasaki und auch Herrn Nakahara war sein Training im Kobudo (Kampfkunst aus Okinawa) anzusehen.

Doch was machte Frau Fukuchi? In einer sensationellen Rekordzeit stellte sie eine Unzahl von Origami-Wurfsternen her. Dutzende kleiner gefalteter Papier-Shuriken überreichte sie bei einer Tasse grünem Tee am Ende der Trainingseinheit als kleines Dankeschön für die gemeinsame Zeit im Dojo.

Beim Mittagessen informierte VfL-Vorstand Ingo Ranzenbacher über die tägliche Arbeit in einem Sportverein mit den unterschiedlichsten Abteilungen und ca. 1900 Mitgliedern. Vom Antrag für eine neue Flutlichtanlage, der Renovierung der Vereinsgebäude, Versicherungen, dem Betrieb der Sportgaststätte, der Gewinnung neuer Mitglieder und vieles mehr.

Wie schmeckt so eine olympische Goldmedaille?

Diese Frage stellte sich, als man die dutzenden Macken und Abdrücke auf den beiden goldenen Medaillen sah. Am Sonntagnachmittag begrüßte Doppelolympiasieger Max Müller mit zwei Goldmedaillen unter dem Arm die Delegation auf dem Sportgelände seines Vereines, dem NHTC (Nürnberger Hockey- und Tennis-Club). Der Feldhockeyspieler berichtete über seine Erfahrungen und Erlebnisse vor, während und nach den beiden Olympischen Spielen 2008 in Peking und 2012 in London, dem Leben im Olympischen Dorf, dem Treffen mit Sportlern anderer Nationen und ließ so manche Anekdote in seine Erzählungen einfließen.

Er schilderte die Situation der finanziellen Förderung, Unterstützung durch die öffentliche Hand und privaterSponsoren und berichtete über den Förderverein "Goldener Ring" in seiner Heimatstadt. Dieser setzt sich für die finanzielle Förderung junger Nachwuchstalente mit Perspektive einer Olympiateilnahme ein.

Und so ließ es sich am Ende des Treffens fast keiner nehmen, die Medaillen in die Hand zu nehmen und für ein Foto auch einmal in eine echte olympische Goldmedaille hineinzubeißen.

Bei einem gemeinsamen Abendessen verabschiedeten BLSV-Kreisvorsitzender Lothar Sölla und Mario Kienle im Namen der Nürnberger Sportjugend die Delegation und wünschte ihr eine gute Reise.

Bericht und Foto: Christian Conrad