Sportkommission: Sportstadt Nürnberg holt weiter auf

Pünktlich mit der Eröffnung des Nürnberger Christkindlesmarktes schloss am 30. November 2018 die letzte Sportkommissionssitzung im Nürnberger Rathaus mit Ergebnissen aus 2018 und Aussichten auf 2019, die sich sehen lassen können. Da wurde viel geschaffen, auch wenn es für den Sport in Nürnberg nie genug sein kann, denn die Stadt wächst weiter. Das Mehr an Sportförderung aus dem Topf der Bayerischen Staatsregierung schlug und schlägt weiter durch. Weil es besonnen verteilt wird.

Die Verantwortlichen für den Sport, allen voran Sportbürgermeister Dr. Klemens Gsell, der die letzte Sitzung im Jahr mit über zehn Tagesordnungspunkten leitete und vor allem auch der SportService-Leiter Jürgen Thielemann mit seinem Team, lösten dabei viele Probleme und erarbeiteten ein Maximum für unsere Vereine. Sie sind kompetenter Ansprechpartner für sämtliche anstehende sportorganisatorische Fragen. Dabei muss vieles möglichst unkompliziert erledigt werden, denn so Dr. Gsell "künftig wird Vereinssport und kommerzielle Aspekte nicht mehr voneinander zu trennen sein", denn viele Vereine kämpfen um finanzielles Fortbestehen. Ein Überlebensmodell, das sich bereits in so manchem Fitness-Studio im Verein wiederfindet.

Zudem sieht er für die Zukunft in Nürnberg einen Mehrbedarf für Trendsportarten. Da Sportklettern olympisch werden soll, muss man unter Umständen auch diesem Trend Rechnung tragen. Der BMX-Sport wird sich z. B. neben dem Leistungssport auch zum Freizeitsport entwickeln und entsprechend geeignete Flächen einfordern. So ist für Nürnberg neben einem solchen Platz auch ein Kletterzentrum vorstellbar. Die Investitionen würden keine anderen geförderten Großprojekte finanziell ausbremsen. Hier sind momentan entsprechende Objekte im Gespräch und benötigen Abklärung durch Anwohner und Naturschutz.

Der Ausfall der Sporthalle am Berliner Platz (BBZ) zeigte erneut den großen Bedarf für eine Ballsporthalle mit anvisierter Kapazität für 600 bis 800 Zuschauer. Die ersatzweise installierte mobile "Eventhalle" am Flughafen scheint dabei angekommen zu sein. Sie erfreut sich großer Beliebtheit vor allem beim Basketball und wird aufgrund guter Atmosphäre sehr geschätzt. Ab dem 1. Januar 2019 steht die Halle des BBZ wieder voll zur Verfügung. Wegen Feuerschutzproblemen sind dort allerdings keine Großveranstaltungen mehr möglich. Die Basketballer bleiben derweilen in der Eventhalle.

Die Hallen- und Sportflächenkapazitäten in der Stadt, so SportServiceleiter Jürgen Thielemann in seiner letzten Sitzung vor dem Rentengang, sind in den letzten zwölf Jahren um 30 neue Halleneinheiten ausgebaut worden. Für die nächsten zehn Jahre kann man mit weiteren 24 Einheiten rechnen, so die Planungen. Im Bereich der Großsporthallen besteht 100 Prozent Auslastung. Für zusätzlichen terminlichen Bedarf findet man fast immer eine Lösung. Gleiches gilt für Freisportflächen.

Nürnberg ist damit deutlich und unübersehbar weiter auf dem Weg zur ausdrücklichen "Sportstadt". Nachdem man viele Jahre dem Bedarf hinterhergespurtet ist, wird jetzt aufgeholt. Die Stadtspitze zeigt sich damit aus allen Parteien sehr zufrieden. Ein weiterer Bundesstützpunkt ist in Aussicht. Auch Triathlon will hier nun in Nürnberg einziehen. Einer der großen Entwickler dieser insgesamt positiven Entwicklung im Sport in Nürnberg, Jürgen Thielemann, beendet seine Berufszeit mit diesem großen Kompliment auch an ihn. Sportbürgermeister Dr. Gsell schloss die Sitzung und verabschiedete sich von ihm mit beeindruckenden Zahlen von 44 Sitzungen der Sportkommission, die Jürgen Thielemann in seiner Amtszeit weit über 200 Themen bescherten.

Uschi Friedmann
BLSV-Kreis Nürnberg