Wechsel an der BLSV-Verbandsspitze in München: Der Nürnberger Jörg Ammon im Ziel

Nach 14 Jahren höchst erfolgreicher Arbeit trat am Wochenende 8./9. Juni 2018 auf dem Verbandstag des BLSV in München der bisherige hochengagierte und vielen Vereinsvertretern sehr nahe Präsident Günther Lommer aus Cham zurück. Er genoss sehr große Beliebtheit und brillierte 14 Jahre lang mit offenen Ohren für die Belange aller Vereine in Bayern. Kein Weg war ihm zu weit und Motivation seine Stärke. Viele unserer Vereine, auch im Kreis Nürnberg, kannten ihn als Ansprechpartner auf Augenhöhe. Nicht ohne Wehmut sieht auch er die Beendigung seiner Karriere, so auch in seinem Interview. "Ich kann nicht sagen, dass das ohne Wehmut geschieht. 14 Jahre sind eine lange Zeit." Und er betonte mehrfach die vielen Sportfreundschaften, die hier aufgebaut wurden. Er bleibt dem BLSV als Ehrenpräsident und wird sicher mit seinen Ideen und stets motivierend, auch künftig nicht ruhen. Bei der Verabschiedung im Cuvillietheater der Residenz in München meinte dann auch er selbstbestimmt bei der Frage an seine Frau, was sich denn nun zuhause ändern werde, ganz schlicht "Nichts!". Auch Innen- und Sportminister Joachim Herrmann betonte an mehreren Stellen die stets herzliche und angenehm menschliche Zusammenarbeit mit Günther Lommer.

Sein Nachfolger Jörg Ammon, Vorsitzender des ATV Frankonia in Nürnberg, entwickelte sich von seiner Arbeit im Kreisvorstand des Kreises Nürnberg zum Bezirksvorsitzenden in Mittelfranken, dann letztlich vor wenigen Jahren zum BLSV-Vizepräsidenten Finanzen in München. Das Ziel war letztlich im letzten Jahr deutlich spürbar, nämlich die Führung im BLSV in München zu übernehmen. Am Verbandstag in München wurde der mit 47 Jahren bisher jüngste Präsident im BLSV nun mit 282 Ja-Stimmen, 49 Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen mehrheitlich zum neuen Präsidenten gewählt. Sein Wirken hat den BLSV in den letzten Jahren deutlich nach vorne gebracht und den Weg in die Digitalisierung eingeleitet. Diese Entwicklung nun fortzusetzen, sieht er als eines der großen Ziele. Günther Lommer betonte jedoch im Schlusssatz seiner letzten offiziellen Rede, dass über alle Digitalisierung die Menschlichkeit in unseren Vereinen nicht verloren gehen darf. Vereinsleben steht und fällt mit den Menschen, die dahinterstehen. Mit teils stehenden Ovationen erhielt Günther Lommer für seine Arbeit hohe Auszeichnungen, u. a. auch die Goldene Ehrennadel des DOSB aus den Händen vom Alfons Hörmann, dem Präsidenten des DOSB, mit dem er immer eng in Verbindung und Zusammenarbeit stand. "Günther Lommer - der richtige Mann zur richtigen Zeit" oder auch der Hinweis darauf, dass in Zeiten der Digitalisierung der direkte Kontakt im Sportverein wichtig sei, zeigten die Seelenverwandtschaft beider Sportfunktionäre, die sich gegenseitig sehr schätzen. Letztlich bringt nur das den Sport voran. "Wo wären wir, wenn der Sport nicht gewesen wäre in Sachen Integration oder Inklusion?", so Alfons Hörmann. Der BLSV und unsere Sportvereine haben hier sehr viel geschaffen.

Die Höhepunkte dieses Verbandstages lagen vor allem auch in herausragenden Reden des Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, der es sich als Vereinskollege und Tennisfreund von Jörg Ammon  nicht nehmen ließ, die Veranstaltung zu eröffnen, und der Eröffnungsrede des DOSB-Präsidenten Alfons Hörmann. Mit dem Vermerk "Herr Lommer, ich wäre gerne schon früher gekommen, aber an mir lag es nicht", zierte Dr. Markus Söder den Einstieg in seine Rede sehr humorvoll und hindergründig. Stand dann aber voll und ganz engagiert hinter dem Sport, ohne den Blick Richtung Politik aus den Augen zu verlieren. Sein eigenes persönliches Engagement für den Sport kam deutlich zum Ausdruck. Im Mittelpunkt sah er aber auch die vor allem in den letzten Jahren starke Zusammenarbeit von Sport und Politik. Dabei verwies er auch auf weitere geplante Fördermaßnahmen und betonte die hohe gesellschaftpolitische Aufgabe des Sports und Sportvereinslebens, nicht zuletzt im Familiensport, in Sachen Integration und Gesundheitsförderung, auch der älteren Generation. Die Rede lässt für die Zukunft viel erhoffen, die Verbindung und Partnerschaft zur Politik wird unabdingbar. Der Vorgänger von Jörg Ammon hat hier viel Vorarbeit geleistet, die gefruchtet hat und nun sicher mit der neuen Führung fortgesetzt werden kann. Das neue Präsidium besteht in der Spitze nun größtenteils aus den bereits bekannten und bewährten Mitgliedern. Nur im Bereich des Breitensports gab es eine Gegenkandidatin, die sich aber gegen Klaus Drauschke nicht behaupten konnte. Für den Posten des Vizepräsidenten konnte der vorher im Bereich der Finanzen in beratender Funktion tätige Peter Rzytki neu gewonnen werden.

Der nun für fünf Jahre neu gewählte Präsident Jörg Ammon sieht seine hohe Verantwortung klar und deutlich. Nach der Vier-Millionen-Grenze steuert man nun bereits die Fünf-Millionen-Grenze an. Der BLSV zählt damit zu den größten Vereinigungen in Bayern und auch bundesweit. Das Ziel von Jörg Ammon, neue Wege zu gehen und trotzdem Bewährtes beizubehalten, sowie das Vertrauen in Teamarbeit zu setzen, wird von vielen als Garant gesehen, dass die Entwicklung des BLSV weiter fortgesetzt werden kann. Der scheidende Präsident Lommer sah in Jörg Ammon den geeignetsten Nachfolger. Dr. Markus Söder bezeichnete ihn als "modernen Sportfunktionär". Der BLSV steht heute mit einer neuen Führungsspitze allen Vereinen als starker Partner zur Seite. Es liegt an den Vereinen, dieses Angebot auch zu nutzen. Funktionäre wie Günther Lommer und nun auch Jörg Ammon, die selbst aus dem Vereinssport kommen, wussten und wissen aus eigenem Tun und Einsatz, was Ehrenamt bedeutet.

Uschi Friedmann
BLSV-Kreis Nürnberg

Auf dem Foto das neue BLSV-Präsidium von links nach rechts: Dr. Alfons Hölzl, Harald Stempfer, Klaus Drauschke, Dr. Volker Renz, Präsident Jörg Ammon, Peter Rzytki, Kloty Schmöller, Bernd Kränzle, Udo Egleder