20. März 2017

Norm erfüllt und Bronze gewonnen

Speerwerfer Jonas Bonewit, Mitglied im Förderteam der Bayerischen Sportstiftung, berichtet vom Winterwurf-Europacup auf Gran Canaria.


Mitte März wurde mir die Ehre zu Teil, im Trikot des Deutschen Leichtathletik-Verbandes beim Winterwurf Europacup auf Gran Canaria an den Start zu gehen. Für die Werfer in Europa dient dieser Wettkampf als Möglichkeit sich zu präsentieren, da die Wurfdisziplinen im Winter unter dem Hallendach nicht ausgetragen werden. Mit Winter hatte die ganze Veranstaltung bei 30 Grad am Samstag und 25 Grad am Sonntag selbstredend wenig zu tun, was nach den letzten Wochen im nasskalten Deutschland eine höchst willkommene Abwechslung darstellte.

Nach den Streiks des Bodenpersonals am Flughafen in Berlin wurde die Anreise kurzerhand umgebucht und ich bin zusammen mit meinem Trainer auf direktem Wege nach Las Palmas geflogen. Dort gut angekommen ging es ins Hotel. Wir gaben Speere für den Wettkampf beim Kampfgericht ab und bergüßten den Rest der Mannschaft, bevor ich mit meinem Trainer Stephan Seeck noch mal den Plan für den Wettkampf durchgesprochen habe. Ich bin nach guter Vorbereitung mit der Zielstellung an den Start gegangen, die Norm für die U23-Europameisterschaften (13. bis 16. Juli in Bydgoszcz/Polen) von 76,00m zu erfüllen und vielleicht die Medaillen in Angriff zu nehmen.

Da mein Wettkampf erst für Sonntagnachmittag angesetzt war, habe ich den größten Teil des Samstages im Hotelzimmer verbracht. Vor dem Wettkampf gilt es Energie zu sammeln und nicht zu viel in der Sonne zu sein, damit man am nächsten Tag auf den Punkt fit ist. Am späten Nachmittag bin ich dennoch kurz ins Stadion gefahren, um die Beine ein wenig auszuschütteln und um den Speerwurf-Wettkampf der Männer (ich war in der U23-Altersklasse am Start) anzusehen. Diesen hat mein Zimmerkollege Julian Weber (USC Mainz) mit der Weite von 85,85m, was zugleich Weltjahresbestleistung war, deutlich gewonnen.

Inspiriert von dieser Leistung bin ich am Sonntag voll motiviert in meinen Wettkampf gegangen. Auf Grund von starkem Gegenwind hat mein Trainer zuvor den Antrag gestellt, dass der Abwurf auf die andere Seite des Stadions verlegt wird. Das Kampfgericht stimmte zu. Somit hatten wir einen strammen Wind von hinten, zusammen mit dem Sonnenschein also traumhafte Bedingungen. Das Einwerfen verlief recht vielversprechend, so dass ich mit einem guten Gefühl in den Wettkampf gehen konnte. Leider hat sich in den ersten drei technisch schlechten  Versuchen bemerkbar gemacht, dass ich im Vorfeld nur wenige Würfe draußen absolvieren konnte. Der vierte Versuch ist mir dann glücklicherweise deutlich besser gelungen und der Speer bis auf die neue persönliche Bestleistung von 78,13m gesegelt. EM-Norm abgehakt und in der Endabrechnung sogar Platz drei in meinem Wettkampf, eine internationale Medaille gewinnt man ja nicht jeden Tag.

Dementsprechend groß war die Freude bei meinem Trainer und mir, da wir die Sommersaison von jetzt an viel besser planen können. Ich stehe nicht mehr unter dem Druck, die Norm noch abhaken zu müssen, und kann mich daher gezielt auf die U23-Europameisterschaften im Juli vorbereiten. Mit der U23-Mannschaft haben wir zudem die Teamwertung gewonnen, alles in allem ein recht gelungenes Wochenende. Ab jetzt geht es mit Rückenwind in Richtung 80 Meter.

Jonas Bonewit

 

Gelungener Saisonstart im Süden: Jonas Bonewit (LG Stadtwerke München/links) und sein Trainer Stephan Seeck. Der 21-jährige Speerwerfer Bonewit gehört dem Förderteam der Bayerischen Sportstiftung an und absolviert derzeit ein Praktikum beim BLSV im Geschäftsfeld Marketing & Kommunikation.