Für den Leistungssport zuständiger Vizepräsident des BLSV: Harald Stempfer.

16. November 2016

Eine wichtige Entscheidung

Interview mit BLSV-Vizepräsident Harald Stempfer zur Leistungssportreform des DOSB.

 

bayernsport: Herr Stempfer, die Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat Anfang Dezember die Leistungssportreform beschlossen – eine wichtige Entscheidung.

Harald Stempfer: Ja, es war für die Zukunft des Leistungssports eine sehr wichtige Entscheidung, weil dieser Reformprozess und die Umsetzung der Inhalte des Gesamtkonzepts zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit des Sports, insbesondere des Leistungssports, führen können.

 

bayernsport: Was werden die nächsten Schritte sein, um das neue Sportförderkonzept umzusetzen?

Stempfer: Für den Bayerischen Landes-Sportverband gilt es nun, mit dem Vorstand Leistungssport des DOSB Gespräche zu führen, die die künftige Zusammenarbeit mit dem Deutschen Olympischen Sportbund definieren. Danach ist es wichtig, mit den für den Leistungssport in Deutschland verantwortlichen Landesfachverbänden und Spitzenfachverbänden Strukturgespräche zu führen, in welchen die künftige Aufgabenverteilung und die Organisation des Leistungssports im Speziellen für den Standort Bayern geregelt werden.

 

bayernsport: Wie wird sich die Leistungssportreform direkt auf die Strukturen des Leistungssports in Bayern auswirken?

Stempfer: Zunächst nicht, es sei denn, über die Strukturgespräche mit den Landesfachverbänden und Spitzenfachverbänden gibt es Erkenntnisse, dass die Leistungssportstruktur in Bayern einen Nachbesserungs- und Nachjustierungsbedarf hat.

 

bayernsport: Werden die Athleten und Trainer vor Ort unmittelbar von den Auswirkungen der Reform betroffen sein? Was wird sich für sie konkret verändern?

Stempfer: Für die Führung des Leistungssports in Deutschland sind die Sportfachverbände verantwortlich – die Spitzenfachverbände und die Landesfachverbände. Wird diese Führungs- und Steuerungsrolle von den Verbänden wahrgenommen, wird der Sportler zwangsläufig eine positive Veränderung in seinem Trainingsalltag und in seinem Umfeldmanagement sowie im Bereich der „Dualen Karriere“ verspüren. Sollte dies nicht der Fall sein, so ist der Umsetzungsgrad in den einzelnen Verbänden zu hinterfragen.

 

bayernsport: Bereits vor Wochen berichtete der Bayerische Rundfunk, dass mit der Leistungssportreform neun bayerischen Bundesstützpunkten das Aus drohe. Der BR berief sich dabei auf eine Vorschlagsliste des DOSB. Fallen die neun vom BR genannten Bundesstützpunkte tatsächlich weg?

Stempfer: Es ist richtig, dass es zum Thema Bundesstützpunkt-Anerkennung ein bundesweites Arbeitspapier gibt. Welche Bundesstützpunkte in Bayern künftig anerkannt werden, entscheidet das Bundesinnenministerium über ein Antragsverfahren, das Mitte 2017 in Gang gesetzt wird.