"Abenteuer Japan" - 46. Simultanaustausch zwischen der dsj und JJSA

Auch in diesem Jahr fand wieder ein deutsch-japanischer Austausch statt. Es war der mittlerweile 46. Simultanaustausch der Deutschen Sportjugend (dsj) und der Japan-Junior-Sport-Association (JJSA).

In diesem Jahr durfte ich für die BSJ mit meiner Gruppe sechs Mädels und 2 Jungs zwischen 15 und 21 Jahren nach Kyushu (südliche Insel Japans) reisen. Wir waren in den Präfekturen: Kagoshima, (Kanoya) Miyazaki (Kadogawa) und Oita (Bungoono). Unser Programm wurde von den einzelnen Präfekturen so gut ausgewählt, dass es immer noch eine weitere Steigerung gab.

Angefangen vom:

- Fußbad mit Blick über das Meer, auf den Vulkan „Sakurajima",

- Japanisches Trommeln,

- Selbst Angeln (Regenbogenforellen),

- Stand Up Paddling, See Kajak,

- Sumo-Ringen, Training einer Kindergruppe im Jugend-Camp,

- Radtour…Überraschung!!…auf einem Mountainbike-Kurs,

- Kochkurs mit einer Oberschüler-Gruppe, unter Anleitung erfahrener Frauen, die seit Jahren, diesen Kurs in einer Lehrküche durchführen,

- 1. Diskussionsrunde mit den Oberschülern, Jahresthema: Inklusion,

- Drachenboot fahren mit 2 Booten und einer "Regatta",

- Besuch des National Institutes of Fitness Andi Sports in Kanoya,

Weiter, in die 2. Präfektur nach Kadogawa ( Miyazaki)

- Besuch eines Kalligraphie Kurses….jeder schreibt seinen Namen in japanischen Schriftzeichen,

- Sportlichen Austausch in Judo und Karate, Teilnahme der gesamten Gruppe,

- Sportaustausch „Surfing",…dies war für viele Teilnehmer der absolute Höhepunkt!!,

- Einführung in eine "Teezeremonie",

- Gasteltern zeigten uns unter Anleitung eines Lehrers wie man „japanische Bastschuhe" selbst herstellen kann,

- 4:30 Uhr Aufstehen - heute stand Ines Wunsch, einen Sonnenuntergang am Meer zu erleben, auf  dem Programm. Das frühe Aufstehen wurde belohnt: Es war wunderschön!

- Nach dem stärkenden Frühstück fuhren wir dann etwas müde in die 3. Präfektur nach Bungoohno in  Oita,

- Empfang beim Bürgermeister!

- Austausch mit Schülern der Oberstufe und 2. Diskussion über unser Jahresthema: Inklusion,

- Stadtbesichtigung mit dem Besuch der Unterwassertropfsteinhöhle „Inszum", Sportaustausch mit der „Naginata-Gruppe" und Mitmachaktionen,

- Harajiri Wasserfall (über 90 000 Jahre),

- Dokumentation im Tempel: Hekiunji,

- Besuch einer Burgruine und Baden in heißen Quellen,

- Rundgang auf dem Rücken der Pferde,

- Abschied!

Flug nach Tokyo

Erkunden von Tokio - für viele Teilnehmer war die Zeit zu kurz!

Die SAYONARAPARTY bildete den Abschluss unsres „Abenteuers Japan"!

Am Sonntagmorgen ging es wie jeden Tag erst einmal zur Morgengymnastik, bei der wir inzwischen ziemlich selbstständig mitmachen konnten.

Nach einem typisch japanischen Frühstück mit Reis fermentierten Sojabohnen, Suppe und einigen japanischen Früchten fuhren wir mit dem Bus in den Kirishima-ga-oka Park. Dort wurden wir sehr positiv überrascht, denn statt dass wir einfach nur mit dem Rad durch den Park fuhren – wie wir ursprünglich dachten – hatten wir die Möglichkeit, einen Mountainbike Parcours zu testen. Nachdem wir alle den Anfängerkurs bewältigt hatten, probierten wir uns an der großen Strecke, in der es von einer steilen Kurve in die nächste ging. Nachdem wir das großenteils unverletzt überstanden hatten, gönnten wir uns eine Pause, während unsere Betreuer die Strecke mit Bravour meisterten.

Nach einigen weiteren Runden und gewagten Sprüngen stiegen wir voller neuer Eindrücke in den Bus, der uns zu einem lange erwarteten Sushi-Kochkurs brachte. Dort trafen wir einige Mittelschüler und erfahrene Frauen, die diesen Kochkurs schon seit einigen Jahren leiten und uns die Vielfalt der japanischen Kochkunst beibrachten. Zu unserer Überraschung machten wir neben typischen Sushi Gerichten unsere heiß geliebten Reiskuchen, die wir am Tag zuvor bereits schon sehr lecker fanden. Liebevoll erklärten uns die Mittelschüler den Ablauf. Kurz bevor das Buffet eröffnet wurde, flambierte der Chefkoch das Sushi Nigiri. Zum Essen saßen wir gemeinsam mit den Schülern und unseren Helfern an verschiedene Tischen verteilt.

So konnten wir uns optimal austauschen, Bekanntschaften schließen und nebenbei lernen, wie man das Sushi am besten isst. Zusätzlich zu einem netten Mittagessen haben sich einige interessante Freundschaften zwischen einem unserer Teilnehmer und einigen japanischen Mittelschülerinnen ergeben. Mit diesen hatten wir anschließend noch eine spannende Diskussion zum Jahresthema Inklusion.

Nachdem Einige neue Denkanstöße bekommen hatten und unsere Erfahrungen teilen konnten, ging es an einen nahegelegenen Fluss, auf dem wir uns im Drachenbootfahren versuchten. Nach anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten lieferten wir uns ein spektakuläres Rennen in zwei Booten. Leider ging aufgrund von einigen Takt- und Verständigungsschwierigkeiten mit unserem Steuermann der Sieg sehr deutlich an das Boot mit unserer Gruppenleitung. Nach dieser anstrengenden aber erheiternden Fahrt gönnten wir uns eine entspannende Zeit im nahegelegenen Onsen.

Nach einem kurzen Einführungsvideo und der Überwindung einiger Unsicherheiten konnte unser erster Onsen Besuch beginnen. Nach einer halben Stunde verließen wir entspannt und begeistert die heiße Quelle und machten uns auf dem Weg in unsere Unterkunft um uns auf die Sayonara-Party vorzubereiten. Zur Überraschung der japanischen Delegation trugen wir unsere Dirndl und präsentierten unser G'stanzl, welches sehr viel Begeisterung bei den Japanern auslöste. Dank unseres Dolmetschers konnten sie den Inhalt sogar verstehen.

Nach einem guten Essen und ausprobieren einiger japanischer Spiele gingen wir am Abend zufrieden und mit vielen neuen Eindrücken ins Bett und verließen am folgen Tag mit einem weinenden und einem lachenden Auge die Präfektur Kagoshima.

Inklusionsbericht

Am fünften Tag unserer Reise nach Japan im Rahmen des 46. deutsch-japanischen Simultanaustausches trafen wir in einem Jugendzentrum bei einem Kochkurs neun japanische Oberschüler. Nach dem gemeinsamen Kochen und anschließendem Essen eröffneten wir die Diskussionsrunde mit einem Vortrag zur Inklusionsmannschaft des TSV Hohenbrunn, eines nahgelegenen Vereins. Besagter Verein gründete diese Mannschaft bereits 2005, damals Vorreiter auf dem Gebiet der Inklusion. Diesem Beispiel folgten deutschlandweit weitere Vereine, wodurch es immer mehr beeinträchtigten Bürgern ermöglicht wird, zusammen mit nicht Beeinträchtigten Sport zu treiben.

Einige unsere Gesprächspartner kannten derartige Inklusion im Sport nicht, berichteten aber von ihren Erfahrungen mit Sportarten für beeinträchtigte Personen. Diesen lernten sie in der Mittelschule, durch den Besuch einer Gruppe, die mit beeinträchtigten Sportlern Volleyball spielt, kennen. Im Laufe des Gesprächs konnten wir herausfinden, dass in besagter Volleyballmannschaft nur körperlich beeinträchtigte Spieler/Innen spielten, wohingegen in der Fußballmannschaft des TSV Hohenbrunn hauptsächlich geistig Beeinträchtigte zusammen mit nicht Beeinträchtigten trainierten.

Die japanischen Jugendlichen erzählten uns außerdem von Besuchen in Sportgruppen für körperlich Beeinträchtigten während ihrer Mittelschulzeit. Für uns war während des Gesprächs besonders interessant, dass in Japan Inklusion vor allem während der Zeit in der Mittelschule stattfindet, später jedoch abnimmt. In Deutschland trainieren beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Sportler hingegen unabhängig vom Alter gemeinsam, wie man am Beispiel des TSV Hohenbrunn erkennen kann. Positiv ist uns aufgefallen, dass die japanischen Jugendlichen sehr interessiert an der Debatte waren und versuchen wollten, die Inklusion in Japan weiter voran zu bringen.

Das zweite Gespräch über das Jahresthema hatten wir mit Studenten aus Bungo–ohno. Diese begannen die Diskussion mit einem Referat zur Beschäftigungstherapie. Die Therapie hat das Ziel, die Lebensqualität von beeinträchtigten Menschen durch Beschäftigung zu verbessern, indem sie handwerklichen oder kreativen Tätigkeiten nachgehen, um verlorene Fähigkeiten wiederaufzubauen oder neue Fähigkeiten zu entwickeln. Inklusion im Sport war den Jugendlichen aus Japan nicht bekannt, sie ergänzten jedoch sehr interessante Beiträge zum Thema Sporttherapien am Beispiel Reitsport, was der Inklusion wie wir sie präsentierten, am nächsten kam. Die Gruppe der Bayerischen Sportjugend referierte erneut über die Inklusionsmannschaft des TSV Hohenbrunn. Danach änderte sich das Thema von der Inklusion im Sport, hin zur Inklusion allgemein im Alltag. Dies lag daran, dass das Interesse der japanischen Studenten hautsächlich auf die Pflege und Therapie von Patienten und beeinträchtigten Personen galt. Dabei fiel uns auf, dass die Infrastruktur in Japan viel mehr an beeinträchtigte Personen angepasst ist als in Deutschland.