Die Nürnberger Max Müller und Christopher Wesley brachten ihre Olympiamedaillen zur DOG-Veranstaltung mit.
Christopher Wesley (links) und Max Müller (rechts) mit BLSV-Vertreter Mario Kienle.

28. November 2012

Olympische Nachlese

Die Besonderheit der Atmosphäre Olympischer Spiele konnte ein kleiner Kreis am 26. November im Nürnberger Bratwurst Röslein in Live-Erzählungen und mit tollen Fotopräsentationen miterleben. Dr. Peter Schönlein, Ex-Oberbürgermeister und heute u.a. Vorsitzender der DOG im Bezirk Mittelfranken lud einen kleinen Kreis interessierter Gäste ein, Olympiateilnehmern zuzuhören, die Bilder erstaunt aufzunehmen, Atmosphäre mit einzusaugen und auch die Goldmedaillen im Hockey von Christopher Wesley und Max Müller selbst mal in die Hand zu nehmen. Ein spannender Abend, denn wo hat man dazu schon mal Gelegenheit.

Dr. Peter Schönlein begrüßte neben den beiden Olympiateilnehmern London 2012, Christopher Wesley und Max Müller vom NHTC Nürnberg, auch den ehemaligen Bronzemedaillengewinner bei Olympia Mexico 1968 im Boxen, Günther Meier. In Vertretung des Oberbürgermeisters die Stadträtin Jutta Beer, Ex-Sportbürgermeisterin Helen Jungkunz, Dr. Matthias Everding als Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Nürnberg, den Leiter des Sportservice Nürnberg Jürgen Thielemann, sowie seinen Vorgänger Lothar Nepf und viele weitere Ehrengäste. Mit dabei auch BLSV Kreis Nürnberg-Mitglieder, die gleichzeitig im Vorstandsbeirat der DOG Funktion übernehmen – Lothar Sölla und Günther Stark ( Herbert Dötschel und Michael Voss waren leider nicht mit anwesend ). Alle Gäste wurde anschließend durch die lebhaften Erzählungen von Olympiateilnehmern und –begleitern für rund 2 Stunden in den Bann der vergangenen Olympischen Spiele in London gezogen. Nach dem Olympia-Abend im Sommer zur Eröffnung der Spiele in der Kulturbrauerei Lederer, war dies ein schöner Abschluß des großen Sportereignisses in diesem Jahr.

Dabei erfuhr man aus den Worten der beiden Olympiateilnehmer Wesley und Müller viel von der Vorbereitung, den Wettkämpfen selbst, den Gefühlen eines Olympioniken, und auch, dass die in der Presse unschön geschilderte Siegesfeier auf der MS Deutschland wohl doch der Schlagzeilen wegen anders geschildert wurde, als sie abgelaufen war. Viele Fotos, auch aus den Wettkämpfen, von Siegerehrung und dem Randgeschehen, zeigten den Enthusiasmus und die große Freude der Sportler am Ende die Goldmedaille erreicht zu haben. So wurden denn auch stolz alle errungenen Medaillen, bei Max Müller auch die von Peking, den anwesenden Gästen herumgereicht. So konnte jeder Zuhörer in den Genuß kommen, das schwere große Glanzstück einmal in Händen zu halten. Das Geheimnis ihres Erfolges sehen beide Sportler auch in der hervorragenden Teamleistung. Sie erzählten von ihrem Nürnberger Heimatverein NHTC, der sie nach Rückkehr frenetisch feierte, der Mutter Wesley, die als gute Seele des Vereins den sportlichen Werdegang ihres Sohnes stets hilfreich begleitete, die hervorragende Jugendarbeit des NHTC, der Bescheidenheit dieses Vereins, trotz des großen Erfolges. Die Erzählungen beider Sportler spiegelten die Sympathie wider, die sie überall begleitet. Ihr besonderer Stolz galt dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Nürnberg und einem Empfang im Schloß Bellevue beim Bundespräsidenten erst in der vergangenen Woche. Auch hierzu sah man Fotos.

Im Anschluß gab es eine sehr lebhafte präsentierte Foto-Reportage von Birgit Schönlein, die die Spiele sechs Tage lang im Auftrag ihres Arbeitgebers, der Fa. Adidas begleiten durfte. Dabei nahm sie vor allem die vielen Vorurteile im Vorfeld der Spiele unter die Lupe. Sie bezeichnete die Stimmung vorort durchaus „nicht englisch unterkühlt“, sondern schilderte, dass ihr Aufenthalt von großer Gastfreundschaft und Perfektionismus begleitet war. Sowohl das englische Schlangestehen, als auch die Müllentsorgung klappten hervorragend. Alles war „trotzdem man nirgendwo einen Mülleimer fand, irgendwie augenblicklich entsorgt.“. England hatte das aus dem Sicherheitsaspekt heraus durch „mobile Abfallentsorgung“gelöst, da wegen der Bombengefahr sämtliche Mülleimer abmontiert waren. Die Sicherheitsmaßnahmen waren also durchaus spürbar  und mancherorts, ihrer Ausage nach „sehr beeindruckend“. Alle Stadien hervorragend ausgestattet und architektonische Glanzpunkte der Spiele. Ob Basketball- oder Kanustadion, Beachvolleyball, die Stimmung überall „bombastisch gut“. Die oft als „unterkühlt“ bezeichnete Mentalität der Engländer nicht spürbar und sogar bei so manchem Polizisten für die Zeit der Spiele nicht zu finden. Das „englische Nieselwetter“ ließ sich auch nicht bestätigen und wenn dann nur am Abreisetag. Viele amüsante Fotos untermalten ihren Vortrag.

Einen interessanten Einblick in die Tätigkeit eines Mannschaftsarztes unserer Olympiateilnehmer, gab anschließend Dr. Albert Güßbacher, gleichzeitig Mitglied des Nationalen Olympischen Komitees. Beeindruckend auch die einleitend geschilderte Tatsache, dass Mannschaftsarzt bei Olympia vollen Einsatz im Ehrenamt bedeutet. Zwei Wochen ärztliches Knowhow rund um die Uhr ohne Bezahlung ! Dr. Güßbacher kehrte seiner Praxis in Deutschland damit kurzfristig den Rücken, um die Kampfsportler, Ringer und Rhythmischen Sportgymnasten des Deutschen Olympiateams zu betreuen. Alle Zuhörer zeigten sich erstaunt, dass diese Aufgabe den Einsatz von früh morgens um 6 Uhr bis in die Nacht hinein bedeutet, wo spät noch Dopingkontrollen zu absolvieren sind - und das an jedem Tag. Dr. Güßbacher begleitete das Frühstück, wo bereits auf die richtige Versorgung und Zusammenstellung von Nährstoffen für die Wettkämpfe geachtet werden muß, sämtliche Aufwärmtrainings, Besprechungen und natürlich die Wettkämpfe. Verletzungen mussten so schnell als möglich in den Griff bekommen werden, um die Leistungsfähigkeit für den nächsten Wettkampf schnell wieder herzustellen. Als besondere Freude sah er dabei die vielen Freunde im Sport aus anderen Ländern, Bekanntschaft mit großen Sportlern, die „man sonst nur im Fernsehen sieht“, Austausch mit Trainern und Ärzten fremder Länder, die Gemeinsamkeit mit den Sportlern im Olympischen Dorf und als Highlight die Tatsache, dass man Sportler, die man selbst noch am Knie operiert hatte, nun bei Olympia am Siegerpodest mit einer Medaille wiederfindet.

Dr. Peter Schönlein zeigte in seinem abschließenden Resumee großen Respekt vor der Leistung der Engländer, die diese Spiele hervorragend organisiert hatten. Er betonte noch einmal, dass Olympische Spiele für unsere Weltgemeinschaft größte Bedeutung hin zu mehr Frieden, Völkerverständigung, Toleranz und Miteinander bedeuten. Das alles in Wort und Bild in dieser Form noch einmal als „Olympiaabend“ zu präsentieren, war eine rundum gelungene Idee.

 

Uschi Friedmann